Rote Zahlen und sinkende Beiträge.

Einnahmen und Ausgaben beachten

Man muss Wirtschaft nicht studiert haben, um zu wissen, dass man nicht mehr ausgeben kann, als man zur Verfügung hat. Betrachtet man mit diesen kaufmännischen Grundsatz die Tatsachen, dass in sehr vielen Gesetzlichen Krankenversicherungen bereits seit Anfang letzten Jahres rote Zahlen geschrieben werden, die Ausgaben seit dem  weiterhin stiegen und man dennoch den Durchschnittsbeitragssatz gesenkt hat, erscheint es als absehbar, dass der Zusatzbeitrag hier Abhilfe schaffen wird müssen.

Aus dem noch in 2013 erwirtschaften Überschüssen in Höhe von 1,5 Milliarden € wurden bereits  in 2014 740 Mio. , die fehlten. Einem aktuellen Bericht zur Folge sollen bei 20 Krankenkassen, gemeint sind meist Betriebskrankenkassen, der finanzielle Stand derart schlecht sein dass sie mit 15,5 % Beitragssatz nicht mehr lange werden auskommen können (Quelle Handelsblatt). Auch große Kassen sollen dem Bericht nach nur noch sehr geringe Rücklagen haben. Die magische Zahl von 150 € pro Versicherten ist bei vielen Kassen bereits unterschritten worden.

Dennoch beherrscht die Angst des Mitgliederschwunds das Handeln – aber wie lange noch? Das gesetzliche System ist unterfinanziert und ich befürchte, das wird sich auch leistungsseitig gegenüber den Versicherten sehr schnell zeigen. Die Formulierungen im Sozialgesetzbuch V geben dem Versicherten keinerlei Möglichkeiten, Leistungen zu planen und auch die, die er dringend bedarf einzuklagen, wenn eine Ablehnung kommt.

In einem mir vorliegenden  Fall werden die Kosten beim Arzt bezahlt, bestritten wird aber, dass sich eine Krankheit handelt. Man möchte die Operationskosten sparen und riskiert lieber lebenslange Einnahme von Schmerztabletten und zwei Besuche wöchentlich zur Dränage des Gewebes bei der Versicherten. Diese Kosten sind weit höher als die Operationen aber man denke nur in einigen wenigen Jahren. Von der Lebensqualität der Versicherten, die hierunter extrem leidet, wird nicht gesprochen. Es wird paar Aktenlage begutachtet, seitenweise begründet warum die Krankheiten doch keine ist, man aber Medikamente die ärztliche Behandlung bezahlt. Widersprüche und verbogene Tatsachen.

Zusatzbeiträge werden steigen

Experten vermuten, dass spätestens in 2016 Zusatzbeiträge enorm anziehen werden. Gegen diese Vermutung in der Öffentlichkeit werden sich natürlich die Vertreter der Kassen. Man geht von einer Steigerung von bis zu 1,5 % vom Einkommen aus, wenn der Zusatzbeitrag dann doch erhöht wird. Mehr Transparenz wurde uns in dieser Form versprochen, mehr Transparenz auch in der Mittelverwendung. Ich vermute, dass beim Versprechen bleiben wird, die Beiträge steigen und die Leistungen weiter sinken werden. Das solidarische System scheint weiter an Attraktivität zu verlieren.

Wer versicherungsfrei ist, hat die Wahl, hier Abschied zu nehmen. Aber Achtung! Das Vertragsrecht hat nicht nur gute Seiten, denn wer über den Preis wählt kennt nicht den Wert der Absicherung. Gemeint sind die Inhalte, denn diese begründen Leistung. Meiner Meinung nach kann man, wenn es um die umfassende Formulierung der Leistungen der GKV geht nur mit 3-4 Anbietern in der PKV ins Gespräch gehen, wenn man sich nicht verschlechtern möchte. Erste Informationen, zu den Systemen in Gegenüberstellung und worauf zu achten ist, finden Sie in Form von Leitfäden bei mir im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Interview zur beruflichen Überzeugung * Interview zur Berufsunfähigkeit

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