TK fordert Bürgerversicherung – kann das sein?

Techniker Krankenkasse auf Abwegen?

Bitte entschuldigen Sie die Überschrift! In meinen Augen ist das blanke Missachtung gegenüber dem Menschen selbst – Missachtung, wie man sie schlimmer wohl kaum noch finden kann. Es ist so, als würden Blinde von Farben sprechen und eine der Farbtöne empfehlen wollen (Artikel im Versicherungboten).

Wo auf dieser Welt hat Monopolismus die Qualität gefördert? Nirgends, Herr Baas! Betrachtet man die Gesundheitssysteme, die bereits monopolisiert wurden, so ist klar belegbar und deutungsfrei eine Verschlechterung der Versorgung bei weiter steigenden Beiträgen und erhöhten Zuzahlungen zu verzeichnen. Probleme wurde nicht gelöst. Es wurde nochmals schlimmer.

Ich selber habe Erlebnisberichte aus Holland und England veröffentlicht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wer das gelesene versteht, noch mehr.

Auch meine ich damit die Studie Faktencheck des PremiumCircle Deutschland, der die Hausaufgaben auch eines „TK Chefs“ machte, so wie ich es sehe. Bitte lesen Sie es doch einmal aufmerksam. Sie werden überrascht sein. Schon das Puzzel in 100 Teilen, welches eine Ahnung der Intransparenz des System vermittelt, wäre eine gute „Übung“ für Ihre Abteilung.

Die Dualität im System fördert Qualität.

Wettbewerb sollte seit Jahrzehnten gefördert werden – warum nun kontraproduktiv handeln? Die Lösungen der Probleme im Gesundheitswesen sind viel einfacher:

– Stärkung von Bewusstsein Verantwortungsbewusstsein bereits im Kindesalter durch die Vermittlung anderer Werte und Ideale und die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung und das Entstehen von Krankheiten. In der Schule werden die Weichen gestellt.

– Transparenz spart Kosten! Auch eine TK wäre, sofern transparent aufgestellt, leistungsfähiger, effizienter und würde weniger Gelder dem eigentlichen Zweck entfremden, gemeint ist die Versorgung der Versicherten. Gern sprechen wir einmal, darüber.

– Mitbestimmung der Versicherten! Ich weiß, es ist ein Wunschgedanke, betrachtet man die Einflussnahme des Wählers in der Politik, Mitbestimmung zu erhalten. Dennoch wäre das mit ein richtiger Ansatz.

-Wer Verantwortung übernimmt, sollte diese auch tragen. Wie wären zu veröffentlichende Tätigkeitsbereiche?

Würde man dem Vorschlag des Herrn Baas folgen und die Gesetzliche Krankenversicherung als Kernversicherung verstehen, privaten Anbieter in den Bereich der Zusatzversicherung, dann natürlich verstärkter, versetzen, so würden wir genau dem Weg folgen, der in England bereits seit Jahren beschritten wird.

Wieder wird eine Zweiklassengesellschaft geschaffen werden.

Die Einen können sich den Zusatztarif nicht leisten – die Anderen schließen ihn sofort ab und sind damit besser gestellt. Das Problem der Zweiklassengesellschaft und der Bevorzugung gewisser Versicherter wird damit nicht ausgehebelt – es wird lediglich verlagert – nachhaltig.

Die Aufgabe Ihrer Behörde, denn die GKV ist eine Behörde, ist die Versorgung der Beitragszahler. Sie sind, wie auch wir alle anderen in Deutschland, schlussendlich Verbraucher und erwarten eine kalkulierbare, qualitative Gegenleistung für gezahltes Geld. Nur in unserem Gesundheitssystems, ist es möglich, Geld vom Versicherten zu fordern, ihm aber nicht die Möglichkeit zu geben, Leistungen einzuklagen, sofern er sie benötigt. Die Medizinische Notwendigkeit, und das erfahre ich gerade aktuell in einem weiteren Fall gegenüber der GKV, ist nicht klar definiert. Der Versicherte greift ins Leere, zahlt weiter Beitrag. Zudem ist die unklare Definition auch noch durch das Wirtschaftlichkeitsgebot weiter verschleiert und der Mensch wird zur Ware gegenüber den Kassenstand der Behörde. Überall heißt es: Geld gegen Ware / Leistung. Hier heißt es: Geld gegen?? und es scheint niemanden zu stören.

Das noch verstärken zu wollen sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes als (geplante) Körperverletzung an. Bitte entschuldigen Sie die offenen Worte aber solche Dinge kann ich einfach nicht ertragen. Seit gut 20 Jahren beschäftige ich mich mit dem Bereich Krankenversicherung (GKV &PKV), komme aus einer Arztfamilie, meine Mutter war im Vorsitz des MDK, beide Eltern waren Chefärzte und ich wurde frühzeitig mit dem Missstand Namens Gesundheitssystem groß.

Schade, dass dieser Vorschlag nicht zu Zeiten der WM gemacht wurde. Er wäre verhallt, wie auch die gesetzlichen Bestimmungen, die „mal eben“ vom Bundestag beschlossen worden und nicht publikumswirksam waren.

Gern bieten wir jedem Interessierten, die sich nicht die Mühe machen möchte, die Studie des PremiumCircle Deutschland zu lesen, eine Gegenüberstellung der systemimmanenten Unterschiede beider Systeme. Keines der Systeme ist das Bessere. Diese zu vereinheitlichen fördert nicht qualitativ den Inhalt. Es bedarf einer Neuordnung – zuvor einer fachlichen Analyse – die in einer zwingend notwendigen Synthesemöglichkeiten aufzeigen wird. Aber bitte lassen Sie Lobbyisten draußen.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Existenzielle Risiken, wie die Krankenversicherung, die Arbeitskraft und die Pflegekostenzusatzversicherung, abzusichern, ist unser Fachgebiet.

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