Berufsunfähigkeitsversicherung und Leistungsregulierung

Der Markt verändert sich.

Es ist nicht nur der Bedarf der den Markt verändert, sondern auch die Tatsache, dass einige Sparten an Beliebtheit verlieren. Nehmen wir die Lebensversicherung! Der Klassiker zur Kapitalbildung für den Ruhestand hat in den letzten Monaten stark gelitten. Grundlegend dafür ist die Euro Thematik und alle damit in Verbindung stehenden Nachteile für die Kapitalisierung bei Sparplänen. Zudem hat unsere Regierung sich klar und deutlich auf Seiten der Anbieter geschlagen, wenn es um Interessenschutz geht und gesetzliche Regelungen dahingehend verändert.premiumcircle Berufsunfähigkeitsversicherung und Leistungsregulierung

Macht die Lebensversicherung heute im Rahmen der Altersvorsorge überhaupt noch Sinn? Dass bitte möge jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich halte von diesen Dingen nichts, schon deshalb nicht, weil der Staat per Versicherungsvertragsgesetz sich den Zugriff, ganz ohne Vorwarnung, wenn es soweit sein sollte, auf die Spareinlagen des Versicherten sicherte. Nicht zuletzt ist auch von Seiten der Vermittler die Lebensversicherung ein Stück nach hinten gerutscht, bedenkt man die neue Ordnung der Stornohaftungszeiten.

Die Versicherer haben reagiert und in der Sparte Lebensversicherung, zu der auch die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört, viel Aktionismus zeigt. Kaum eine Woche vergeht ohne Produktvorstellungen oder Umfragen zum Thema der Sicherung der Berufsfähigkeit. Längst überfällig und nun endlich auch in der Presse, ein Artikel zur Leistungsregulierung der Anbieter.

„Versicherer keine Drückeberger“

– so die Überschrift des Artikels. Sich auf eine Studie aus April der Gothaer Versicherung gründend, untersuchten das Analysehaus Franke & Bornberg und Morgen und Morgen nach eigene Angaben das Verhalten der Leistungsregulierung der Anbieter am Markt. Von sieben Marktteilnehmern, die in Gesamtheit die Hälfte des Marktes abdecken, wurden Stichproben aus 100 Leistungsfällen herangezogen. Die Auswertung lässt hoffen. Auf rund 22.400 gestellten Leistungsanträgen (2012) entfallen demnach 13.200 Anerkenntnisse. Das sind fast 60 %! Gut 25 % der Anträge wurden abgelehnt. Interessanterweise gibt es auch eine nicht sehr geringe Zahl von Anträgen, die vom Versicherten nach Anmeldung nicht weitergeführt wurden.

Klar belegte Ursachen

Hauptursachen zur Nichtzahlung/Ablehnung sind medizinische Sachverhalte  und die Ablehnung, begründet durch die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. An Platz drei steht nach wie vor die fehlende Reaktion des Kunden, welche Leistungsantrag einreichte und dazu aufgefordert wird, entsprechende Dokumente beizubringen.

Welches Fazit lässt sich daraus ziehen und welcher Rat ist dem Verbraucher dahingehend zu geben? Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für mein dafürhalten zwingend notwendig, möchte ich mir die Möglichkeit sichern, mein Leben selbst bestimmend führen zu können. Es liegt nicht unbedingt an der Art des Produktes, sondern an der Verwendung vertraglicher Formulierung, voll von Rechtsbegriffen, die nicht immer ohne Deutungsmöglichkeit sind, die das Restrisiko der Nichtzahlung im Leistungsfall hauptsächlich begründen.

Die hundertprozentig sichere BU Absicherung gibt es so nicht.

Wer sich versichern möchte, hat darauf zu achten, dieses Restrisiko so weit wie irgend möglich zu mindern, indem er Vertragsvereinbarung am Markt gewählt, deren rechtliche Termini so eindeutig und transparent wie möglich gehalten sind. Wer die Vertragsinhalte der Anbieter inhaltlich vergleicht, wird Unterschiede feststellen und sehr schnell dazu übergehen, die meisten Angebote schon nach den ersten Zeilen nicht weiter prüfen zu wollen. Gefordert sind Vermittler, wenn es um die Hilfestellung bei Antragstellung einer solchen Absicherung geht. Ein Kunde haftet bei der Beantwortung der Gesundheitsangaben auch für die Dinge, die mich nicht bewusst sind und die er vergaß. Das hat die Rechtsprechung so festgelegt. Eine sorgfältige Vorbereitung, gemeint ist die Recherche bei Ärzten und der Krankenkasse des Versicherten, ist zwingend notwendig, um zu verhindern, dass der Anbieter im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten kann.

Kommt es nun dazu, dass ein Versicherter einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente stellt, so ist bitte zu beachten, dass er meist nicht selbst in der Lage ist, seine Rechte zu vertreten. Die Materie ist kaum überschaubar für den Laien, ist er auch noch erkrankt, wird es fast unmöglich, den eigenen Leistungsantrag fachlich zu begleiten.

Betreuung ist gefragt, fachliche Kompetenz ist gefragt, diese zu leisten. Ein klarer Grund, den Online -Rechner nicht zu nutzen. Er vergleicht nur sehr oberflächlich die Vertragsinhalte, haftet für nichts und unterstützt nicht im Leistungsfall.

Erste Informationen zu dem Thema der Absicherung der Arbeitskraft finden Sie auf meiner Homepage im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

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