Privat versichert und wirklich Privatpatient?

Wirklich bessergestellt?

Es geht um die Vorzüge des Privatpatienten. Die PKV soll grundsätzlich besser sein, als die gesetzliche Kasse. Wer das noch immer meint, sagen zu können, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Im Gespräch mit Vermittlern, die „auch mal PKV machen“, zeigt es sich immer wieder, dass der Irrglaube, der Wechsel in die PKV bringen nur Verbesserung, noch immer weit verbreitet ist. Gelebte Inkompetenz!

Hinterfragt man diese unhaltbare Behauptung, so zeigt sich immer wieder, dass der Vermittler auf Wartezeiten und die bevorzugte Behandlung beim Arzt hinweist. Spricht man ihn dann auf Leistungen an, so antworten die meisten der Vermittler mit Achselzucken.

Wer die Inhalte der beiden Systeme gegenüberstellt, wird sehr schnell erfahren, dass in der PKV, begründet durch den § 1 der Musterbestimmung, viele Dinge nicht versichert sind, die man im gesetzlichen System erwarten kann. Es geht dabei nicht um Wartezeiten, sondern die Leistung, die versichert sind.

Was hilft es, schnell beim Arzt vorsprechen zu können, aber den Versicherungsschutz für die notwendige Behandlung dann doch nicht versichert zu haben?

Es ist Tatsache, dass noch in der Bisexkalkulation, also in Tarifen vor dem 21.12.12 nur knapp zehn Prozent leistungsseitig in die Nähe der umfassend gestalteten Leistungen des gesetzlichen Systems kamen. Nach diesem Zeitpunkt wurde es ein bisschen besser – ein bisschen deshalb, weil mit der Hinzunahme zusätzlicher Leistungen (Mindestkriterien) auch Schlechterstellungen in die Tarife Eingang fanden. Der Hintergrund ist dann wohl doch die Bezahlbarkeit der Angebote.

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Begrenzungen und „weiche“ Selbstbeteiligung, die die Leistungen einschränken, sind nicht grundsätzlich von Nachteil. Wer in das System der PKV wechselt sollte sich darüber im Klaren sein, dass er nun Verantwortung trägt. Verantwortung dafür, vom Arzt eine klare Diagnose zu erhalten und die Begründung, warum es nur diese Krankheit sein wird und keine andere. Verantwortung dafür, dass er sich darüber informiert (Nebenpflicht des Arztes), welche der Behandlungen, die ihm angeraten werden, auch wirklich versichert sind. Verantwortung dafür, diese Dinge zu dokumentieren, um schlussendlich nicht doch Selbstzahler zu werden.

War man noch GKV-versichert, gab es diese Verantwortung nicht. Man ging zum Arzt und wurde behandelt. Die Behandlungen sind, bezogen auf die gestellte Diagnose, vordefiniert. Nur solche Behandlungen werden auch erstattet. Hilft die Behandlung nicht oder wird sie nicht vertragen, so hat der Versicherte „Pech“ gehabt. Das belegen immer wieder Gerichtsurteile, deren klarer Tenor es ist, dass ein gesetzlich Versicherter Anspruch auf die im System bewilligten Leistungen hat – nicht mehr und nicht weniger. Man könnte auch fast schon sagen, es ist eine 08/15 Systematik und wir alle haben dort hineinzupassen.

Ein grundsätzlicher Vorteil der privaten Krankenversicherung ist, dass hier weit mehr Möglichkeiten einer Behandlung bestehen. Das Problem dabei ist, zu erkennen, ob man diese auch versichert hat.

Wer seine PKV bei einem Vermittler wählte oder sich selbst im Internet für seinen Versicherungsschutz entschlossen hat, geht hierbei ein sehr großes Risiko ein. Ein Tarif der privaten Krankenversicherung ist extrem komplex in seiner inhaltlichen Formulierung.

Viele Dinge hören sich gut an und sehen gut aus, leisten aber nicht. Es geht dabei auch um Fristen, die ein Versicherter einzuhalten hat, wenn es um Behandlungen geht. Leider zeigt sich, das Fristen auch aus medizinischen Gründen nicht immer eingehalten werden können. Auch hier ein Regulativ. Der Versicherer ist von der Leistung frei.

Gutes ist nicht zwingend teuer, billig bleibt nur dann billig, wenn es nicht gebraucht wird. Schnell wird es sonst unbezahlbar.

Gern nehmen wir Stellung zu ihrem gewählten Tarif und teilen Ihnen auch mit, welche Rücklagen bereits bilden sollten, bei Leistungen nicht versichert sind. Dazu bedürfen wir lediglich den Namen des Anbieters und den des versicherten Tarifes.

Sofern Sie selbst schon einmal neugierig prüfen möchten, so finden Sie eine Checkliste für die PKV bei mir im Downloadcenter. Sie ist kurz gehalten, denn das Thema Versicherung ist nicht wirklich spannend für die meisten Menschen. In ihr finden sich Hinweise, was zwingend notwendig versichert sein sollte. Bei der Überprüfung empfehlen wir, sich die entsprechenden Stellen im Text herauszusuchen und nicht auf wohlwollende rhetorisch geformte Zusicherung eines vermittelnden Ansprechpartners zu bauen.

Sie sind für den gekauften Versicherungsschutz allein verantwortlich – also sollten Sie auch prüfen, mit wem Sie ins Gespräch kamen. Zu diesem Zweck findet sich eine weitere Checkliste im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Interview zur beruflichen Überzeugung

Existenzielle Risiken, wie die Krankenversicherung, die Arbeitskraft und die Pflegekostenzusatzversicherung, abzusichern, ist unser Fachgebiet.

 

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