Kommerzialisierung im Gesundheitssystem – zunehmend ineffizient

Behördenwesen

Es geht um Geld, durchaus auch das der Beitragszahler, die zahlen aber nicht mitbestimmen dürfe und fehlende Transparenz der Mittelverwendung beklagen. Gleichzeitig steigt die Zahl Ablehnungen im solidarischen System. Vergessen wird nicht, die GKV ist eine Behörde. Haben wir nicht schon genug Behörden, die enorme Kosten in der Verwaltung begründen aber eher mit Ergebnissen fehlen?BIG Kommerzialisierung im Gesundheitssystem - zunehmend ineffizient

Presseinformation Nr. 04 / 2014

Berlin / Augsburg, 30.01.2014

Die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems führt zur Ineffizienz!

Eine im Januar 2014, also aktuell publizierte Studie des international anerkannten Instituts der Unternehmensberatung (KPMG) ergab, dass das deutsche Gesundheitssystem im Europäischen Vergleich in puncto Effizienz (also im Vergleich von Kosten und Ergebnisqualität) nur an 17ter Stelle steht. Im Klartext: Unser Gesundheitssystem ist viel zu schlecht für seinen Preis oder – der Preis für die Gesundheit ist für die gebotene Qualität viel zu hoch. Kurz und knapp: Ineffizient.

Die Bürger Initiative Gesundheit e.V. (früher DGVP e.V.) beklagt seit dem Jahr 1989 die ausufernde Ausrichtung der Versorgung, Behandlung und Betreuung der Bürger im Gesundheitswesen in Deutschland nach den Kriterien: „Ökonomie, Kommerzialisierung, Kostenmanagement“. „Diese anhaltende und sich sicherlich noch weiter ausweitende falsche Ausrichtung gefährdet den Erhalt der bestehenden Ressourcen und vernichtet jährliche Wertschöpfungspotenziale im zweistelligen Milliardenbereich. Ein dramatischer Missbrauch der Gelder, die den Krankenkassen von den Bürgern in Form von Beiträgen zur Verfügung gestellt werden.“ erklärt Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der „Bürger Initiative Gesundheit e.V.“ und fordert deshalb „ein radikales Umdenken der Akteure der Politik, der Versicherungen, der Gruppierungen der Selbstverwaltung und zwar auf der Grundlage der bewährten Faktoren der sozialen Marktwirtschaft, die mittlerweile auf dem Altar der Gewinnmaximierung zu einem großen Teil geopfert wurde.“

Dazu müssen die Anforderungen der Bürger in den Vordergrund der strukturellen Überlegungen gestellt werden. Der Mensch als Individuum muss im Mittelpunkt stehen und nicht die 300 Milliarden Gesamtumsatz oder Gesamtaufwand an Euros im Jahr. Also nicht die Marktgröße, sondern der Mensch und zwar jeder einzelne muss wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit gelangen. Hinzu kommt die unabdingbare Einbindung der Bürger in die notwendigen Entwicklungen und Entscheidungen.
Die kompetenten Berufsgruppen der Medizin, der Therapie, der Pflege, der Medikation usw., bilden das Fundament der Versorgung der Bürger und nicht die mathematisch orientierten Experten der Versicherungen, der Finanzwirtschaft und der Ökonomie. Diese Berufsgruppen sollten die Experten der Versorgung nicht kontrollieren und diffamieren, sondern sich konstruktiv in der Ausrichtung der Effizienz der Versorgung einbinden und dazu verpflichten. Allerdings ohne organisatorische Einflussnahme, weil diese Kompetenz ganz klar bei den Medizinern, den Therapeuten, der Pflege, den Apothekern, liegt und nur durch das Zusammenwirken der Kompetenzen sinnvolle Lösungen möglich sind.

Unter Berücksichtigung der in Deutschland vorhandenen personellen, institutionellen und finanziellen Ausstattungen des Gesundheitswesens hätten wir es als Gemeinschaft verdient, dass die Effizienz im internationalen Bereich an erster Stelle stehen müsste. Daraus könnte sogar ein Exportschlager werden. Um dies zu erreichen, fordert die Bürger Initiative Gesundheit e.V. die Ausrichtung der Strukturen der Versorgung, Behandlung und Betreuung nach den folgenden Aspekten:

1. Die Gestaltung aller Strukturen auf die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der individuellen Versorgung des einzelnen Patienten,
da der Mensch keine Schraube oder Maschine ist, sondern sehr unterschiedliche Maßnahmen notwendig sind, um effizient die Wiederherstellung der Gesundheit zu realisieren.

2. Die Vergütung des Aufwands der Behandlung und Betreuung durch die Berufsgruppen und Institutionen muss entsprechend des tatsächlichen individuellen Aufwands der Behandlung/Betreuung und nicht nach mathematisch hochgerechneten und durchschnittlichen Pauschalen erfolgen.

3. Die Versorgungsstruktur ausrichten auf den regionalen Bedarf auf der Grundlage der Bevölkerungsstruktur und Entwicklung und somit den Abbau von zentralistischen Einflüssen, die zur Vernichtung von Ressourcen führen.

4. Abbau der Einzelbudgets für Berufsgruppen, Institutionen, Methoden der Versorgung und Ausrichtung der Vergütung auf ein Miteinander der Berufsgruppen und Institutionen. Somit also auch eine Vermeidung von Schnittstellenbrüchen mit der Auswirkung der Fehl-, Unter- und Überversorgung.

Diese grundsätzlichen Forderungen können noch um ein Vielfaches an planbarer Effizienz ausgedehnt werden. Die Versorgung von kranken Menschen muss mit den Kosten für deren Behandlung in Einklang gebracht werden und nicht umgekehrt die kranken Menschen mit den Kosten, wie es aktuell geschieht: Nämlich dass die Krankenbetreuung in der BRD unter dem vorrangigen Gesichtspunkt der Finanzierung betrachtet wird. Nur durch eine solche Änderung der Gewichtungen kann nach unserer Beurteilung ein Zusammenbruch des Systems „Gesundheit“ vermieden werden.

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Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

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