Eine ganz „besondere“ PKV – Beratung!

Fachliche Beratung oder geschulte Rethorik?

Sicherlich kennen Sie das auch. Gänzlich unaufgefordert werden sie mit Spam-Mails dazu aufgefordert, ihre oder auch eine Krankenversicherung zu vergleichen oder zu wählen. Kurz um man fragt einige Ihrer Daten ab, meist nur sehr wenige und trotz der Unisex Welt sogar auch das Geschlecht. Ich selber, seit ca. 20 Jahren auf biometrische Risiken, also auch auf die PKV spezialisiert, dachte mir, es könne ja nicht schaden…!

Ich gab Alter, Geschlecht und Status (selbstständig) ein und wartete auf den Vergleich. Wie üblich wurde mitgeteilt, dass diese Anfrage nun an einen Vermittler weitergegeben würde. Dieser wird sich bei mir melden und sei für das Gebiet Private Krankenversicherung hervorragend in der Beratung geeignet

Es dauerte nicht allzu lange und ich bekam eine weitere E-Mail, denn ich bat um E-Mail Kontakt. Alle meine Rufnummern landen bei Anruf möglicherweise auf einer Mailbox, die meine Identität als PKV Spezialist aufdecken würde. Man nahm Kontakt zu mir auf, stellte sich vor, auch mit einem Link welcher mich zu einer Homepage führte, auf der die persönlichen Daten aber auch ein Bild des Vermittlers zu finden waren. Jung, dynamisch……!

Ich bedankte mich für die Kontaktaufnahme und stellte mich als unwissend da-bat darum, darauf zu achten dass die Angebote gemacht werden, die das Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht unterschreiten. Ich schlug vor, dass man mir die besten Krankenversicherungen von Platz eins chronologisch zu der schlechteren anbieten möchte, sich dabei auf die ersten 5 vorab beschränken sollte. Ein Telefonat wurde zudem vereinbart. Unabhängig der mir gegenüber zu machenden Angebote aus der PKV Tarifwelt, wäre ich sehr froh, würde man mir schon vorab einige Hinweise zukommen lassen, die den Ruf belegen, dass die PKV grundsätzlich besser sei, als die GKV.

Es dauerte nicht lange und ich erhielt die Gründe.

Kaum zu glauben-man mailte mir vier Links zu den Talkshows der Frau Maischberger, die in diesen Sendungen über Grundsätzlichkeiten bei den Wartezeiten, die ein Versicherter in beiden Systemen erleben darf, berichtete. Auch ging es über die Möglichkeiten, die in der Privaten Krankenversicherung vereinbar sind-damit war nicht belegt ob alle Tarife das auch wirklich beinhalten und damit besser wären. Eine Gegenüberstellung der inhaltlichen Leistungen/Unterschiede war nicht zu finden.

Nun kam es zum vereinbarten Telefonat. Zuvor erhielt ich ein Angebot. Es ging um drei Bewerber, lediglich mit ca. 5-6 Leistungsinhalten gegenüber gestellt.

Alle drei waren unter Berücksichtigung der additiven Leistungen eher im Mittelfeld positioniert. Bat ich nicht darum von „oben“ beginnend, mir nach Qualitätsmerkmalen die Angebote zu machen? Darauf angesprochen, beteuerte der Vermittler, dass dieser Anbieter doch ein sehr guter sei (wie definiert man gut?). Zudem sprach ich ihn auf noch zwei weitere Dinge an, die ich vorgab. Welches sind denn nun die Unterschiede der Systeme zueinander und können es denn nur die Wartezeiten sein? Nun sprach er sehr viel und die Sätze waren geprägt von hätte, könnte, vertrauensvoll, man wisse ja, dass bei super, ich soll mir keine Sorgen machen und versuchte damit von der inhaltlichen Thematik, so meine Meinung, abzulenken. Ein „fachlicher Tiefflieger“.

Auch wollte ich mich vergewissern dass dieser Anbieter, dessen Vertragsinhalte ich selber kannte, auch das GKV Niveau wirklich erreicht. Mir gegenüber wurde dann die pauschale Aussage tätigt: die PKV ist grundsätzlich besser als die GKV, egal welcher Tarif. Damit schien das erledigt zu sein.

Nun aber wollte ich es genauer wissen. Ich fragte nach einem anderen Anbieter und gab vor, dass ein Bekannter von mir dort versichert sei und auch sehr zufrieden ist. Die Antwort war schnell gegeben. Ja, auch dass sein guter Anbieter den er empfehlen könne, er wäre dort selbst versichert! Sofort begann er, diesen Anbieter in höchsten Tönen zu loben und erwähnte auf meine Nachfrage, wie denn der Versicherungsschutz im Ausland wäre, dass ich mich im Ausland dort zu vollen Kosten, egal wo, behandeln lassen könne. Wenn so toll, warum das Angebot erst auf Nachfrage?

Das Gespräch ging nicht mehr sehr lange.

Mir fiel es enorm schwer, nicht auf zu lachen oder diesem Herrn einfach ins Gesicht zu sagen, dass die Dinge die mir mitgeteilt werden, unter aller Sau wären und inhaltlich sogar grundgesetzlich falsch, denn der nachgefragte Versicherer gehört zu den mir am besten bekannten und damit auch der Inhalt des möglichen Versicherungsvertrages. Dieser Versicherer leistet im Ausland maximal und nur nach vorheriger Rücksprache und Zusicherung die Kosten, die im Inland angefallen wären. Eine klare Falschberatung. Der Anbieter die er mir zuerst anbot, hatten nichts mehr mit dem GKV Niveau zu tun, waren vielmehr in sehr vielen Teilbereichen ohne die Mindestleistung, die ich damit meinte.

Einige Minuten später hielt ich es nicht mehr aus und teilte ihm meine wahre Identität mit und auch die Dinge, die ich bis jetzt aus diesem Gespräch für mich habe gewinnen können. Sofort versuchte er sich mit Argumenten indirekt zu rechtfertigen und betonte, dass sein angebotener Versicherer denn entgegen meinen Angaben doch einen so genannten „Offenen“ Hilfsmittelkatalog hätte. Einblick in die AVB zeigte, dass die offene Formulierung durch Begrenzungen der Preise einzelner Hilfsmittel, als auch in der Häufigkeit der Erstattung hatte. Damit ist dieser Katalog nicht wirklich offen. Auch die konkreten Hinweise auf den von mir vorgeschlagenen Anbieter zum Thema Auslandsschutz, mit einer vorherigen schriftlichen Zusage als Grundlage zur Zahlung und der Hinweis dass die Zahlung nur in der Höhe der Kosten Deutschlands erstattet würden, waren für ihn nicht wirklich glaubhaft. Er war hier nicht zugänglich. Schlussendlich begann er mich zu bedrohen – wegen arglistiger Täuschung und sein Anwalt würde sich melden – bisher kam nichts.

Fazit:

Nun einige Gedanken, die ich Ihnen als aufmerksamer Leser hierzu nicht vorenthalten möchte. Wie soll ein nicht kundiger Mensch, der Versicherungsschutz sucht, hier beurteilen können, was ihm von wem und mit welcher Kompetenz angeboten wird? Rhetorisch gut geschulte Verkäufer haben oftmals inhaltlich nichts zu sagen. Schöne Worte, Versprechungen und vertrauensvolle Mitteilung versichern nicht. Sogar das Gelesene wurde bestritten. Wieder einmal hat sich, so empfinde ich es, gezeigt, dass ich per online Rechner, oder Vermittler, der auf ungefragte E-Mails hin zu mir kommt, nicht wirklich bauen kann, geht es um nachhaltigen und inhaltlich hochwertigen Versicherungsschutz. Der Vermittler kam bereits mit einer klaren Vorstellung, dessen was ich zu kaufen habe, auf mich zu. Er fragte weder zuvor meine Gesundheit ab, noch wollte er die Umstände erfahren, in denen ich lebe, und zukünftig leben könnte. Ich vermute, dass ich nach dieser Beratung und gegebenenfalls Antragstellung, nie wieder was von diesem Herrn gehört hätte, denn betreuen könne er mich hier sicherlich nicht. Wenn er nicht mehr in der Lage ist, das geschriebene Wort zu lesen und zu verstehen. Besonders hat mich erschreckt, dass diese E-Mail, die Grundlage dieser „Beratung“ war, von einen der derzeit am Markt größten Vergleichsportale initiiert wurde. Größe ist somit, wie wiederholt belegt, kein Garant für Leistung.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie bei der Suche nach Beratung an eine Spezialisten geraten, der nachweislich auch einer ist. Wer kritisch fragt, wird das oft schnell heraus finden. Erste Informationen zur PKV, also deren Inhalte, die relevant sind, finden Sie im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

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