Spitzfindigkeiten und Tarifmerkmale

Lachen oder weinen?

Ein aktueller Anlass ist Grundlage, diesen Artikel zu verfassen. Ein Dr. der Medizin, der eine Absicherung in der Berufsunfähigkeitsversicherung suchte, kam mit mir ins Gespräch. Er wechselte vor Kurzem von MLP, von denen er 8 Lebensversicherungen erhielt, die eine Rendite bis maximal 3 % ausgewiesen, zu Telis – Finanz.

1 Spitzfindigkeiten und TarifmerkmaleKompetenz oder Vergleichsrechner?

Ein kurzer Auszug aus der Beratungsdokumentation des „Kollegen“ von Telis lässt auf die Qualität der Beratung schließen. Der Kunde war zu beginn stark irritiert, denn bisher hatte er verschiedenste Aussagen je nach genutzter Vergleichssoftware erhalten. Die Unterschiede zu den am Markt angebotenen Tarifinhalten, wenn man sie selbst liest, wurde sehr schnell deutlich. Meine Kritik an diesen Vergleich:

  • der Vermittler hat nicht den jeweils leistungsstärksten Tarif der Anbieter gewählt.
  • Warum einen Nürnberger mit Dienstunfähigkeitsklausel für Beamte mit dabei ist, bleibt fragwürdig?
  • die Markierung belegt falsche Angaben im Vergleich. Weitere Unstimmigkeiten konnten gefunden werden. Die Erläuterung des Telisberaters waren einfach. Es handelt sich um „Spitzfindigkeiten“!
  • In der Gesamtheit hatte der Vergleich volle 8 Seiten mit nach Höhe dokumentierten Beiträgen. Es fanden sich auch die Anbieter am Markt, die nicht im Vergleich dokumentiert wurden. Vergleiche zu den Leistungen, wie in dieser maroden Form dargestellt, gab es nur auf drei Seiten. Preis verkauft? Folgt man dem Ruf des Nebenredners von Franke und Bornberg auf der AKS-Tour? Wie sagte doch Professor Dr. Kriebel: “ Es geht nicht darum Qualität zu verkaufen……“.

Auch hatte der Kollege mit den Befunden des Interessenten eine Rundfrage gestartet, egal, wen er im Vergleich aufgeführt hatte. er erhielt für eine gewisse Vorerkrankung einen Leistungsausschluss. Die erste konkrete Anfrage durch unser Haus konnte das nicht bestätigen. Hier zeigt sich die unterschwellige Art der Aufbereitung der Daten und auch deren Vollständigkeit, die zwar Anfrage gebracht werden.

Die vertrauensvollen Ratgeber

Der  Bericht vom 5.12.17, in der ­­­­Ass Compact­ zeigt, wo das Problem liegt. Vermittler, die meinem alles können zu müssen, verwechseln eine über Jahre erarbeitete Kompetenz mit dazugehöriger, begleitender Berufserfahrung mit dem Erwerb einer Software oder eines Heftes von Stiftung Warentest. Ich bin es langsam leid, erneut und wiederholt zu dokumentieren, dass Software dieser Art sich vor der Beratung einstellen lässt und damit kein verlässliches Bild über die Produkteigenschaften des Angebotes erlauben. was nicht verstanden wurde und der Vermittler nicht im Gespräch wiederfinden möchte, kann er vorher ausblenden. Um Gütesiegel verkaufen zu können, sind die Anbieter solcher Softwaremodule meines Erachtens bestrebt, Tarifunterschiede zu verschleiern. Vieles wird gleich, was eigentlich einer grundsätzlichen Unterscheidung bedürfte. Nur so erklärt es sich, dass gut 80 % der gerateten Anbieter sich auf dem ersten Platz wiederfinden. Liest man dagegen selbst, so wird der Hinweis in diesen Modulen immer deutlicher: „Ohne Gewähr“. Vermittler, die so arbeiten, tragen die Mitschuld am schlechten Ruf der Branche. Betrachte ich den Hinweis zu Stiftung Warentest im Artikel, so verweise ich auf das Heft 7/17 und meine Interpretationen innerhalb der Petition mit der Forderung von Mindeststandards in der Beratung bei den Verbraucherzentralen. Besonders absurd wird das Ganze, wenn man feststellt, dass die Anbieter solcher Vergleichsmodule unterschiedliche Aussagen zu den Vertragsinhalten tätigen. Eine Folge von der „Übersetzung“ von Versicherungsbestimmungen. Würde man sie abbilden, also nicht interpretieren,hätten wir überall dasselbe Bild. die Vorgehensweise ähnelt mehr einem Kinderspiel, gemeint ist „Stille Post“.

Es geht eben um Vertrieb, nicht Qualität im Vertrieb. Erinnern wir doch ganz einfach an die Aussage von Prof. Dr. Kriebel bei der A KS – Tour von Franke und Bornberg. Es gehe nicht darum, möglichst viel Qualität zu verkaufen, sondern die für den einzelnen Kunden optimale Lösung zu empfehlen. Kann eine „optimale Lösung“ denn auch ohne Qualität auskommen?

Es wäre schön, würden sich die handelnden Personen ihrer zentralen Stellung und Verantwortung bewusst werden. es wäre begrüßenswert, würde Qualität wieder relevant werden und damit die Umsatzzahlen begründen und nicht andersherum.

Ihr Fachmakler Frank Dietrich.

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