„Marktwächter Verbraucherschutz“

So könnte man die Initiative bezeichnen.

Überall mischen Sie sich ein, lassen es aber besondere im Bereich des Versicherungswesens nachweislich an Kompetenz vermissen. Warum nicht auch einen Marktwächter zum Verbraucherschutz? Eine Behörde die andere kontrolliert aber selber nicht kontrolliert wird? Das kann und soll es nicht geben, gerade wenn es zum Schaden des Verbrauchers ist. Zum Schaden? Die Ratschläge des Verbraucherschutzes sind oftmals gar nicht selbst recherchiert und basieren auf dem Geschäftsmodell von Ratingunternehmen oder/und Vergleichssoftware. Sind solche Ratschläge falsch, wie ich es selbst erfahren musste, so würde niemand dafür haften, wenn ich dadurch meine finanzielle Existenz verliere.

Sucht ein Verbraucher Rat, wohin wird er sich wenden? Neben eigenen Recherchen im Internet ist es oftmals ein Rating, Stiftung Warentest oder der Verbraucherschutz, der Rat anbietet. Ratings und Vergleichssoftwaren als auch Vergleichsportale bilden immer nur einen Ausschnitt des Marktes ab. Auch bilden sie die vertraglichen Inhalte der Angebote, denn diese begründen ausschließlich den Wert der späteren Absicherung, nicht vollständig ab. Man könnte diese Beratungen auch mit Blindflug bezeichnen.

Qualitätssicherung

11 "Marktwächter Verbraucherschutz"Der Verbraucherschutz hat mir durch Frau D. Mohn mitgeteilt, dass die Qualitätssicherung auf Basis solcher Vergleiche und Ratings erfolgt. Betrachten wir den letzten Test zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung von Stiftung Warentest, so dokumentiert das die gelebte Inkompetenz. Dort werden drei Versicherer in einem Kästchen, betitelt mit „Unser Rat“ benannt. Jeder dieser Anbieter hat vertraglich unterschiedliche Bestimmungen also auch Leistungen für den Leistungsfall. Beim Verbraucherschutz selber wurde ich darauf hingewiesen, auf die Stundung von Beiträgen in der Elternzeit zu achten. Dieses Kriterium findet sich nicht in Vergleich. Bei einem der Anbieter wird bereits ein Tag Elternzeit oder auch Arbeitslosigkeit als Ausscheiden aus dem Berufsleben definiert. Damit ist der ursprüngliche Beruf nicht mehr versichert. Geprüft wird nur noch auf das, was man gelernt hat, wozu man fähig ist. Wo liegt die Unterscheidung zur abstrakten Verweisung?

16 Landesverbände und ein Bundesverband.

Entsprechend viele Satzungen und Geschäftsberichte zeugen in meinen Augen von Koordinationsunfähigkeit und Sinnlosigkeit im Handeln. Fehlende Sachkundenachweise, fehlende Dokumentationen und auch die dringend notwendige Berufshaftpflicht fehlen. Der aktuelle Fall, den mein geschätzter Kollege Herr Gerd Kemnitz in seinem Blogbericht erwähnte, zeigt das Problem wiederholt und verdeutlicht, wie gefährlich Halbwissen ist.

Antragsfragen

Die sorgfältige Vorbereitung der vollständigen und wahrheitsgemäßen Beantwortung von Antragsfragen ist ein solides Fundament zur Vereinbarung von Versicherungsschutz. Dabei ist die Tragweite, gemeint sind auch die Fragezeiträume, für den Laien schwer abschätzbar. Nehmen wir beispielsweise einen Bandscheibenvorfall vor gut elf Jahren. Die Frage Zeiträume enden bei zehn Jahren. Eine Einzige ist zeitlich unbegrenzt und bezieht sich auf HIV. Der Laie gibt den Bandscheibenvorfall demnach nicht an. Falsch! Spätestens in der Leistungsprüfung wird ihm das auf die Füße fallen. Ein Bandscheibenvorfall heilt nie komplett aus. Er kann ledig beschwerde- und behandlungsfrei werden. Die Angabe im Antrag hat unter diesen Gegebenheiten keine Relevanz auf den Versicherungsschutz und auch in der Leistungsprüfung.

Algorithmen und Inhalte

Die Aussage von Frau Mohn, eine Vergleichssoftware basiert auf Algorithmen ist nicht nachvollziehbar und wird von ihr auch nicht erklärt. Algorithmen, aus dem arabischen stammend, sind Sachverhalte/Formeln, die in der logischen Folge einen neuen Sachverhalt begründen. Die Angaben in einer Vergleichssoftware gehören nicht zu diesen Formeln. Zwei Bestimmungen begründen nicht zwangsläufig die Dritte. Wo also ist der Algorithmus?

Ein weiterer Beleg

Wiederum erhielt ich Informationen zu einer erfolgten Beratung, diesmal in der Verbraucherzentrale in Rheine. Der Kunde hatte seine Eindrücke wiedergegeben. Interessant war, dass er nach Erbkrankheiten gefragt wurde. Die Ergebnisse eines prädiktiven Gentestes sind nur dann anzugeben, wenn bereits Beschwerden bestehen (Obliegenheiten Paragraf 19 ff). Warum also diese Frage? Auch erhielt er den Tipp, die Gesundheitsfragen mit seinem Arzt zusammen beantworten zu sollen. Meinen Sie wirklich, dass der Arzt ausschließlich im Interesse des Mandanten handelt? Sehr oft finden sich Verdachtsdiagnosen mit dem Vermerk „Gesichert“ und der Arzt wird definitiv nicht davon abweichen, wenn man nicht auf Augenhöhe mit ihm das Gespräch führt. Viele solcher Akten musste ich erst einmal säubern und auf das reduzieren, was wirklich behandelt wurde. Wie soll dass der Verbraucher ohne Hilfe leisten können?

Besonders erschreckend war die Begründung der fehlenden Protokollierung des Beratungsvorganges. Dies würde laut den Angaben der Verbraucherschutzzentrale den finanziellen Rahmen sprengen. Wenn wir Vermittler einmal geldknapp sind, dürfen wir die Protokollierung/Dokumentation dann einfach fallen lassen? Wer zahlt die Zeche? Beim Vermittler ist es dann der Vermittler selbst, der die Beweislast hat. Beim Verbraucherschutz ist das irrelevant, denn es haftet ja niemand.

Helfen Sie mir bei der Veränderung des Verbraucherschutzes hin zur fachlichen Kompetenz, hin zur Protokollierung und hin zur Berufshaftpflicht. Ständige Weiterbildung und Spezialisierung einzelner Mitarbeiter auf einzelne Fachgebiete ist zwingend notwendig. Haben Sie weitere Beispiele? Gerne lassen Sie Mir diese auch in anonymer Form zu kommen. Ich denke, mit meinen Berichten habe ich nur die Spitze des Eisberges dokumentiert.

Ich zähle auf sie ALLE. Wir sind schlussendlich alle Verbraucher und können nicht so „abgefertigt“ werden. Besonders erschwerend kommt hinzu, dass der Bundestag mit unseren Steuergeldern dieses Verhalten fördert.

Hier gehts zur Petition.

Ein Freund des Verbraucherschutzes, Frank Dietrich.

 

 

Leave a Comment