Die Private Krankenversicherung-Empfehlung

Sicherlich ist es legitim, Kollegen unterstützen zu wollen, die sich nicht auf den Bereich „Private Krankenversicherung“ spezialisierten. Worauf aber sollte sich die dabei Empfehlung stützen?

Grundsätzlich:

Versicherungsverträge sind nichts anderes als Rückversicherungen für Risiken, die man selbst nicht tragen kann oder möchte. Nicht mehr und nicht weniger. (Quelle: PremiumCircle Deutschland GmbH). Demnach also müsste eine Empfehlung für eine private Krankenversicherung, gerade auch in Hinblick auf die damit verbundene Haftung des Beraters, primär auf den Vertragsgrundlagen basieren.

Vor 2 Tagen erreichte mich eine E-Mail. Im sehr kurz und knapp gehaltenen Text findet sich folgender Satz:
„Schauen Sie selbst. In der Anlage beigefügt sprechen wir eine Empfehlung aus, mit der sich sogar noch Steuern sparen lässt (gerade für Selbständige sehr interessant).“

Betrachten wir nun die „Empfehlung“ für eine private Krankenversicherung. Kein Wort von Vertragsinhalten, außer der SB. Eine private Krankenversicherung ist die Rückversicherung für die Kosten bei Unfall / Erkrankung und anderer im Vertrag genannter Ereignisse. Allein eine Selbstbeteiligung ist noch nicht ausreichend „bedarfsgerecht“ zu definieren, denke ich. Sicherlich wären die genannten Punkte interessant, wenn es um Geldanlagen geht. Geldanlagen sind nun mal keine Versicherungen. Nicht, dass diese Dinge gänzlich unwichtig sind aber allein zur Begründung, eine Empfehlung abzugeben, reichen Sie meiner Meinung keinesfalls aus. Wer auf dieser Empfehlung vermittelt. sollte mal über die Protokollierung der Inhalte nachdenken.

Unbenannt Die Private Krankenversicherung-Empfehlung
Gerade erst vor kurzer Zeit, bei Focuy Money, wurde der Anbieter in einem Test für die private Krankenversicherung sehr hoch gehalten. Liest man die Auszeichnung genauer, so fällt auch hier auf, dass sich die Note, die das Rating den einzelnen Tabellen erarbeitet, sich aus einem Konglomerat von Bestimmungen herleitet, wieder nicht auf Leistung. Die anderen Faktoren sind meiner Meinung nach lediglich Momentaufnahmen, wozu ich auch zum Beispiel den Service zähle. In den Ratings fand er große Berücksichtigung. Ein Schreiben, welches mir heute in die Hand fiel, belegt, wie sich Service ändern kann. Die Dame ist 1941 geboren und mit Sicherheit nicht fit im Internet. Bis heute ist ihr ihr Vertragsverhältnis nicht bekannt. Wir fragten gerade für Sie an (Service!).

Servive-Allianz Die Private Krankenversicherung-Empfehlung
Mir fällt auf, dass der Anbieter derzeit auf dem Markt besonders verstärkt in der Werbetrommel zu rühren scheint. Erst kürzlich wurde das Angebot unterbreitet, per Einmalanlage (!) eine anscheinend ausfinanzierte Beitragssenkung im Alter erhalten zu können. Kann das wirklich sein? Gibt es wirklich keine Nachschusspflicht und wie sieht es steuerlich aus? Hier vermisste ich die Hinweise.

Eine private Krankenversicherung passt nicht für jeden und sollte maßgeschneidert sein. Schon allein aus diesem Grunde verbieten sich meiner Meinung nach solche Ratings, die dem Unkundigen eine Qualität suggerieren, die sich nicht allein auf einklagbare Inhalte konzentriert und damit den Wert eines Ratings relativiert. Auch kann man es nicht oft genug wiederholen. Die Motivation zum Wechsel in die private Krankenversicherung sollte nie aus finanziellen Gründen geschehen. der wesentlichste Unterschied beider Systeme zueinander liegt im Vertragsrecht,, welches die private Krankenversicherung hat. Damit werden  versicherte Leistungen für den Leistungsfall planbar. Worauf zu achten ist, finden Sie hier. Die zusammengefassten Informationen gibt es in Form von Leitfäden im Downloadcenter.

 

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