Zusatzbeiträge – Leistungskürzungen – GKV Reform

Wer mehr zahlt-erhält weniger

Ich erachte es als Augenwischerei, andere titulieren es als Reform. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht das Heil der GKV in der Senkung des Durchschnittsbeitrages, paritätisch auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf 7,3 % begrenzt. Sofort drängt sich der Gedanke auf, wie die gesetzlichen Krankenkassen, die zuvor schon finanzielle Probleme mit dem Beitragssatz von 15,5 % hatten, zukünftig mit weniger Geld auskommen sollen. Das, Herr Minister, wird wohl dann doch nichts werden.

Die damit einhergehende Unterfinanzierung, denn die Kosten steigen weiter, da das Grundproblem nicht gelöst wurde, wird dann wohl der Versicherte alleine schultern müssen. Diesmal werden die Zusatzbeiträge einkommensabhängig gestaltet sein. Wer mehr verdient, der auch mehr zahlt. Die PKV gewinnt an Attraktivität.

Um dem Verlust von beitragsorientierten GKV Versicherten bei Erhebung eines Zusatzbeitrages entgegen wirken zu können (Kassenhopping), geht man davon aus, dass die einzelnen Kassen versuchen werden, solange wie irgend möglich Zusatzbeitrag auszukommen. Da die GKV kein Vertragswerk als Leistungsgrundlage hat, Leistungen nicht planbar und einklagbar versichert sind, wird es hier sicherlich Ansatzpunkte geben, Leistungen zu den jetzigen Leistungsverweigerung zudem nicht zahlen zu wollen.

Solidarität auf dem Prüfstand.

Der Staat behält sich Zwangsmaßnahmen vor und droht mit der Möglichkeit, im Bedarfsfalle einer Kasse vorschreiben zu können, dass Zusatzbeiträge zu nehmen sind!

Begrüßenswert wäre eine interne Bereinigung, gemeint sind die Verwaltungskosten. Fusionen, wie in den letzten Jahren sehr oft erlebt, sind zu erwarten. Ursprünglich gab es einmal über 2000 gesetzliche Krankenkassen – geblieben sind ca. 130. Der Markt konsolidiert sich – nicht nur in der PKV.

Wie eigentlich würde sich das Produkt GKV, wäre es keine Zwangsversicherung, sondern frei am Markt zu kaufen, vertreiben lassen?

Schlussendlich bestätigt sich, dass das grundsätzliche Problem der wirtschaftlichen Abhängigkeit, wenn es um die Leistungsfähigkeit der GKV geht, nicht von Herrn Gröhe gelöst wurde.

Auch er managed das Thema bis zum Ende seiner Amtszeit, wird es „vertrauensvoll“ seinem Nachfolger, sofern er es nicht  selber sein wird, übergeben. Verantwortung wurde übernommen – getragen wird sie nicht.

Ich freue mich und hoffe inständig auf den zukünftig zu erwartenden Entwurf einer möglichen Reform, basierend auf der Studie der Beratungsgesellschaft PremiumCircle Deutschland, die die Aufgabe der Politiker auf eigene Kosten wahrgenommen hat und das System analysierte, Missstände aufzeigte, intransparenten belegte und damit ein Fragenkatalog schaffte, den bis heute niemand beantworten wollte/kann.“ Der Patient, Mittel zum Zweck“, so der Titel eines Interviews mit sehr klaren Worten zur Ausrichtung des Gesundheitssystems in Deutschland. Nie war so ineffizient wie heute.

Der frei der aufgezwungenen Schutzbedürftigkeit des Staates ist, hat die Wahl. Das vertragsbasierende System PKV ist aber nur dann das wirklich bessere, wenn man sich auf einige ganz wenige der Anbieter spezialisiert, um den Leistungsinhalt der GKV möglichst verlustfrei transportieren zu können.

Erste Informationen zur Komplexität und zu den Dingen, die sie bei der Wahl einer PKV beachten möchten, finden Sie bei mir in Form eines Leitfadens im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

NEUE LEITFÄDEN IM DOWNLOADCENTER

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