Umsatzrückgang Private Krankenversicherung – Ursachenforschung

Es wird spürbar weniger

Wenn der Umsatz bröckelt, werden viele Menschen wach. Dass sich ein Produkt schlechter als zuvor verkauft, liegt nicht grundsätzlich am Produkt selbst. Oft ist es das Image, welches Probleme macht. Hier, in der PKV, waren es plakative Werbesprüche gegenüber meist sehr leistungsschwachen Angeboten von rhetorisch gut geschulte Berater ohne Fachkompetenz. Der Vertrieb aber schadete dem Ruf sehr. Umsatz First führte dazu, das Policen verteilt wurden – beraten wurde fast nie. Der glaube Privat sei gleich Privat und grundsätzlich besser als die GKV führt diese Entwicklung weiter. Verbraucherschutz und Kontrollorgane des Staates unterlagen derselben Ansicht und halfen nicht.

Die PKV schafft sich ab – so hörte man es in den letzten Jahren. Allen Unkenrufen Paroli bietend wurde die PKV nicht insolvent und die Beiträge waren dann doch bei genauerem Hinsehen dann doch bezahlbar.

Fast immer war die Grundlage der hohen Beiträge politisch (WSG) oder durch hohe Risikozuschläge der Versicherten mit begründet, zudem fehlte fachliche Betreuung durch Vermittler, solches zu verhindern. Eine Pauschalität der hohen Beiträge im Alter, wie man uns per Medien suggerierte, gab und gibt es nicht. Vielmehr wäre zu hinterfragen, wer berichtete. Unterstellt man den berichtenden in den Medien, dass sie selbst zu Beginn ihrer Tätigkeit mit noch geringem Einkommen in die PKV gewechselt sind und über den Preis die Auswahl getroffen haben, sind schlechte Erfahrung vorprogrammiert und zukünftig die Brille der Berichterstattung.

Es ist nicht das Produkt PKV, es sind die handelnden Personen, meist nicht wirklich mit Berufung in der Tätigkeit und daher auch nicht wirklich kompetent. Echtes Engagement ist Mangelware. Gemeint ist der Vermittler aber auch der Kunde selbst, der in der Geiz ist Geil – Mentalität lebend an bunte Bildchen und Versprechung glaubt, nicht an Vertragsinhalte und das eigene Beurteilungsvermögen (Sapere Aude). Beim Kauf einer Küche, eines Autos oder bei der Buchung der Urlaubsreise wird mehr Sorgfalt an den Tag gelegt, als bei der Sicherung der Kosten bei Krankheit oder Unfall. Betrachten Sie die Werbung – was wird im Angebot zu einer PKV verglichen in Bezug auf die Individualität.

Bezugnehmend auf den Automarkt, einen Vergleich führen zu können, würde Se Ihr Auto danach wählen das es Räder hat, die den Boden berühren, ein Lenkrad, ein Motor, Sitze und eine Frontscheibe. Welches Auto fällt nun „raus“ und lässt sich nun schlussendlich die Wahl nach Kaufpreis treffen? Eher nicht – oder? warum dann dieses Vorgehen zur Wahl einer lebenslangen PKV-Vereinbarung?

Das ist ein gesellschaftliches Problem, wie auch die fehlende staatliche Aufsicht und die fehlende Nähe der Behörden wie der BaFin, dem zu begegnen. So meine Erfahrung.

Umsatzgier frißt Hirn – Geiz ist geil leider auch

Es ging/ geht um Umsatz, schnellen Umsatz und die Behörden sehen zu. Wer eine Prüfung zum Vermittler tätigte und bestand, kann sich sofort mit der PKV Vermittlung beschäftigen. Das darf und kann nicht sein. Auch Fachärzte werden nicht geboren – müssen erst lange lernen und Erfahrung sammeln.

Das komplexeste Vertragssystem der Versicherungswirtschaft, gänzlich ohne Erfahrungswerte, geprägt von der Verwechselung was ist Preis und was ist Beitrag, ist Grundlage der zurück gegangenen Umsätze. Wer eine Katze im Sack kauft, sollte sich nicht wundern, ist diese bissig oder bereits tot.

Neugeschäft, nicht Bestandspflege waren das primäre Ziel der Vertriebe und Anbieter. Daher begrüße ich diesen Rückgang als eine Art Selbstheilung des Marktes und freue mich darauf, dass man sich nun hoffentlich auf Inhalte und wesentliche Dinge beschränkt – der Preis gehört nicht dazu – es ist der Beitrag.

Die PKV passt nicht zu jedem – daher ist sie als elitär in der möglichen  Versorgung zu betrachten. Das Elitäre sollte der Vermittler in sich führen, beraten zu dürfen. Wer sich hier versichern darf, ist staatlich vorgeschrieben – warum eigentlich? Was ist unser Demokratie denn Wert?

In der GKV konsolidierte sich die Zahl der Kassen von über 2000 auf heute etwas über 130. War das schlecht? Nein – also sollte die PKV folgen. Der erste Schritt ist getan. Gut so! Hoffentlich folgt Weiteres dieser Art. Qualität wird sic auch hier durchsetzten und begründet Quantität.

Das Produkt PKV verkauft sich „von allein“ betrachtet man die Inhalte fachlich kompetent gegenüber der Zwangsversicherung der „Schutzbedürftigen“, die immer mehr zu zahlen aber dafür immer weniger erhalten. Wer aber hat die dazu zwingend notwendige Kompetenz? Die GKV überlebte nur, eil keiner sie versteht. Ein Puzzel zeigt, was gemeint ist und uns alle sehr viel Geld kostet.

Wie sähe die Akzeptanz der GKV aus, würde diese am Markt frei angeboten werden, wäre also keine gesetzliche Zwangsmaßnahme? Bei „Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit…“ würde man sich allen Ernstes fragen müssen, was man mit dem Preis pro Monat kauft und wie hoch der Beitrag der noch zu leistende Dinge ist, denn Vieles ist nicht einklagbar versichert.

Auch hier vermute ich dann Absatzprobleme grundsätzlicher Natur. Das Grundsatzproblem der GKV (Kann-Leistungen) verhindert eine nachhaltige Kostenplanung für das eigene Leben. Was also ist hier erstrebenswert – sieht man genauer hin?

Ich freue mich, dass nun belegt wurde, dass sich die PKV selbst heilt. Überleben, so meine Meinung, wird nicht der stärkere, sondern der, der Inhalte umfassend am Markt anbietet und das auch an den Verbraucher transportieren kann.

Wer zuhört und selber fernab von Werbung und finanziellen Anreizen denkt, ist im Vorteil.

Fußnote:

Preis und Beitrag – was ist der Unterschied? Preis ist das, was ich für einen Tarif, egal GKV oder PKV, monatlich zahle. Der Beitrag ist dem entgegen höher, denn damit sich auch die Summe der Zuwendungen, also auch finanzieller Natur, gemeint, die noch hinzu addiert werden müssen. Gemeint sind Zuzahlungen und nicht gezahlte/versicherte Leistungen.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

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