Reformpläne und Kassenbeiträge

Parität ade – Lobbyismus führt?

Es ist geschafft-die Lesung zur neuen Regulierung zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen fand statt. Heute ist der Tagespresse zu lesen, dass man von einer Senkung der finanziellen Belastung bei ca. 25 % der gesetzlich Versicherten ausgehen kann.

Der Reformvorschlag sieht vor, dass der durchschnittliche Kassenbeitragssatz von 15,5 % auf 14,6% gesenkt werden soll. Dabei werden Arbeitnehmer/Arbeitgeber jeweils hälftig, also 7,3 % des Beitrages, zahlen. Sofern eine Kasse mit diesen Beiträgen nicht auskommt, steht es ihr frei, einen Zusatzbeitrag zu erheben. Das wird zweifelsfrei den immer angestrebten Wettbewerb verstärken.

Würfeln, pockern und hoffen

Die Schätzung, wie viele der Versicherten weniger zu zahlen haben liegt in der Schätzung, wie viele der Kassen am Markt mit diesem Geld wohl auskommen werden. Ungeklärt ist bisher, wie man diese Schätzung abgeben kann aber im Umkehrschluss nicht angeben kann wie viele wohl mehr werden zahlen müssen. Die derzeitigen Finanzreserven der Kassen sind unterschiedlich verteilt-wie auch deren Versichertenbestand. Reserven werden, wenn die Kasse nicht effizient wirtschaften, schnell aufgebraucht sein.

Die Ausgaben steigen jährlich um durchschnittlich 3,7 %. Die Einnahmen dem entgegen nur um 2,0 % nach Angaben des Ministeriums. Wer sich inhaltlich und nachhaltig mit den Daten der GKV beschäftigt hat, erfuhr kürzlich, dass die Beitragsanpassungen seit 1970 bei über 1100 % liegen. Zudem wurden Leistung verringert, fielen weg oder es wurden Zuzahlung erhoben. Das wäre noch zudem einzupreisen, um die reale Belastung eines Versicherten darstellen zu können aber ist diese Transparenz auch gewollt?

Was aber ist zu erwarten? Aus Erfahrung wissen wir, dass Zusatzbeiträge eine Art „Kassenhopping“, also das jeweilige

Abwandern hin zu Kassen ohne Zusatzbeitrag, auslösen werden. Wieder werden enorme Summen dadurch vernichtet, dass die Verwaltung dieses zu bewältigen hat. Neue Mitgliedsausweise, neue Passbilder, neue Vorgänge und vieles mehr, sind kostenträchtig zu erschaffen. Geld wird wiederholt vernichtet, Geld welches dem eigentlichen Zweck, der Versorgung der Versicherten zuzuführen wäre.

Es ist zu erwarten, dass wird zukünftig wieder Kassen geschlossen werden. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, bedenken wir, dass wir einmal über 2000 Kassen hatten. Heute sind es etwas über 200. Bedenklich erscheint, dass bei den Kassen, bei denen es eher finanzielle Schwierigkeiten gibt, eine MDK Empfehlung als Ablehnung deklariert wird und der Versicherte hier mit grundsätzlich weniger Kooperation und Leistung wird rechnen müssen, als bei einer Kasse mit gutem Kassenstand und entsprechende Reserven.

Eigentlich wurde nichts am Problem verändert

Was in der PKV die unterschiedlichen Vertragsinhalte sind, die zwingend notwendig zu erfahren, zu begreifen und dann persönlich richtig zu bewerten sind, sind in der GKV die Beurteilung der finanziellen Lage der Kasse selbst. Was versichert ist, ist grundsätzlich nahezu deckungsgleich.

Statt an den Stellschrauben eines System Einfluss nehmen zu wollen, wäre es sinnvoller und nachhaltiger, die Grundprobleme zu lösen. Der einfachste Weg wäre die Neukonzeption, denn wer will schon ein „totes Pferd“ reiten? Bedenkt man einmal, dass in Paragraph 1 des Sozialgesetzbuches V von Solidarität und Selbstverantwortung gesprochen wird, Selbstverantwortung des Versicherten einer Lebensführung gegenüber, die Krankheiten eher verhindert und, sofern er dennoch erkrankte, diese fördert, ist wohl niemanden in Deutschland wirklich bekannt. Es ist im Gegensatz dazu bekannt, dass 90 % der chronischen Erkrankung ihre Grundlage in der Lebensführung haben. Diese zu ändern ist ein Gesellschaftliches Problem und setzt Bewusstsein voraus. Bewusstsein um Ernährungsbewegung und weitere Zusammenhänge, die Gesundheit zu erhalten. Vom Sportabzeichen zum Koma saufen-so die „Erfolge“ der Reformen und politischen Bemühungen. Hier einmal ernsthaft anzusetzen ist überfällig, dringend notwendig und sehe ich als die Aufgabe eines Gesundheitsministers an.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Die Sicherung biometrischer Risiken, wie in der Krankenversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Absicherung der Pflegebedürftigkeit ist vom Alter / Gesundheitszustand abhängig. Wer abwartet, riskiert die Versicherungsfähigkeit.

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