Berufsunfähigkeitsversicherung verliert an Bedeutung?

Die Bedeutung der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer heute das Versicherungsjournal gelesen hat, fand einen Artikel mit dieser Überschrift. Das „?“  habe ich hinzugefügt.

Es ist richtig, die „Evolution“, denn so möchte ich die Produktentwicklung der Berufsunfähigkeitstarife nennen, entwickelt sich in die falsche Richtung. Das immer weiter Aufsplittern von Berufsgruppen lässt das Produkt nur für wenige attraktiv erscheinen, leider nicht für die, die den Versicherungsschutz dringender benötigen würden. Man entwickelt am Ziel vorbei.

Allerdings möchte ich es nicht unbemerkt lassen, dass ich auch eine weitere Meinung zu diesem Rückgang der Umsatzzahlen entgegen der Zunahme der Zahl der erwerbstätigen habe. Es ist die Kritik an der Beratung selbst, die meist ausschließlich auf gute Rhetorik, einige werbende Prospekt Aussagen und den Preis ausgerichtet ist. Gemeint ist der Preis vergleichend am Markt der Angebote, nicht der Preis den ein Unversicherter im Leistungsfall dann selbst zu zahlen hat, gemeint ist der Einkommensverlust der nicht tragbar ist.

Bewusstsein ist es, welches den meisten Menschen fehlt – Bewusstsein um die Risiken und deren finanzielle Tragweite, wenn es dann doch einmal zum Leistungsfall kommt. Unbestrittener Weise sind die Beiträge für viele Berufsgruppen gegenüber deren Einkommen als emotional zu hoch in der Wahrnehmung. Betrachtet man hingegen den Einkommensverlust, so dreht sich das Blatt sofort. Die meisten Vermittler können das Bewußtsein nicht aktivieren.

Eine inhaltliche Beratung findet nicht nur den persönlich richtigen Vertrag für ein zu versicherndes Risiko, sondern auch meist einen bezahlbaren Beitrag als die 08/15 Produktauswahl über Vergleichsrechner. Viele solcher Beratung habe ich erlebt – immer waren die Bestimmung nach einem solchen Gespräch besser, als die bereits versicherten und auch fast immer war der Beitrag geringer geworden.

Nun nochmals zur „Evolution“:

leider ist es richtig, wenn behauptet wird, dass eine hundertprozentige Berufsunfähigkeitsabsicherung so nicht gibt. Das Restrisiko verbirgt sich in den verklausuliert Formulierungen, insbesondere auch in den Begrifflichkeiten der Vertragstexte. Wer Rechtsprechung aufmerksam verfolgt, erkennt mit Sicherheit, dass gleiche Verstöße auch unterschiedliche Urteile ermöglichen und sogar begründen. So auch in der Berufsunfähigkeit.

Dem zu begegnen ist nur dann möglich, die Begrifflichkeiten anders zu formulieren und klarer zum Ausdruck zu bringen. Interpretationsspielräume müssen verringert werden, besser sogar wegfallen.

Zudem wäre eine grundsätzliche Neukalkulation, Beiträge für Berufsgruppen mit höherem Risiko bezahlbar zu machen, notwendig. Ich meine damit eine grundsätzliche gedankliche neue Orientierung, wie ein solcher Vertrag, gestaltet sein müsste. Natürlich geht diese Veränderung nicht auf Kosten der Vertragsbestimmungen, gemeint ist die oben angesprochene notwendige inhaltlich Klarheit, sondern es geht mir dabei um eine andere Art des Zusammenspiels zwischen Versicherten und Versicherer im Leistungsfall.

Es war mir bisher möglich, ein gedankliches Konzept dahingehend zu erstellen. Erste Gespräche mit Anbietern sind terminiert. Ich sehe es als unerlässlich an, dass die Versicherungsbranche selbst verträgliche Lösungen findet, bevor der Staat sich regulierend einschaltet. Sollte das der Fall sein und betrachten wir die Dinge, in die der Staat sich schon eingeschaltet hat, so wurden diese Probleme niemals gelöst und kostenseitig auf die Gemeinschaft abgelegt.

Erste Informationen zum Thema Berufsunfähigkeit hier  oder im Downloadcenter.

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Existenzielle Risiken, wie die Krankenversicherung, die Arbeitskraft und die Pflegekostenzusatzversicherung, abzusichern, ist unser Fachgebiet.

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