Provisionsdeckelung in der Lebensversicherung

Es reicht!

Erst vor wenigen Jahren wurden die Provisionen im Bereich Krankenversicherung gedeckelt. Ein Übermaß an Gier aber auch, erotische Reisen, gut organisiert (!) Stärken das schlechte Image der Branche. Die Politik sah sich, wenn auch Jahrzehnte zu spät, in der Pflicht regelnd einzugreifen und verlängerte die Stornohaftungszeit bei gleichzeitiger Minderung der maximalen Provision.

Ob diese Maßnahme auch in anderen Bereichen der Versicherungswirtschaft sinnvoll wäre, wurde seitdem lange diskutiert. Gestern las ich, dass der AfW es begrüßt, dass es zu keiner Entwicklung der Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen kommen wird. Hier sieht man den staatlichen Eingriff als ordnungspolitisch falsch. Wo bitte aber ist der wirkliche Unterschied, berücksichtigt man, dass bereits seit 1986 das Produkt Lebensversicherung von gerichtlichen Instanzen mehrfach als „Legaler Betrug“ gewertet und tituliert wurde. Garantiezinsen sind seit Jahren im sinken. Gewinnzuteilungen werden politisch neu geordnet – zum Schutze der Anbieter, nicht der Sparer.

Der Staat darf

Die Bestimmungen des Versicherungsvertragsgesetz erlauben zu dem einen staatlichen Zugriff auf die angesparte Einlage, sofern das gewollt ist. Wer einen solchen Sparplan unterhält, wird bereits erkannt haben, dass die Prognosen, die in der Vermittlung vorgelegt wurden, wenn es um Ablaufleistung geht, bei weitem nicht erreicht werden. Setzt man die Wertsteigerung in den Gegensatz zur Inflation, fragt es sich wirklich, wer gewinnt?

Ich vermute dass der Lobbyismus im Bereich Sparpläne (Rentenversicherung, Lebensversicherung) weit aktiver und einflussreicher ist/war als im Bereich zum Schutze der Kosten im Bereich der Gesundheit. Hier wird weit mehr Geld verdient und das soll bitte auch so bleiben. Geht es hier eigentlich noch um das Recht und den Bedarf der Versicherten oder stehen die Versicherten den intransparenten Geldflüssen eigentlich nur noch im Wege?

Von der nachträglichen Veränderung von Bestimmungen und den damit verbundenen Eingriff  in die Planung  der Versicherten in Deutschland, bis hin zur möglichen Enteignung, um staatliches Versagen finanziell ausgleichen zu können, ist alles möglich.

Wenn es um Altersvorsorge geht, sollte man zu Beginn seiner Planung die Risiken absichern, die eine solche Planung zunichtemachen könnten. Es ist in meinen Augen wesentlich wichtiger, das Einkommen zu sichern, als es zu verplanen. Gemeint ist die Absicherung der Berufsunfähigkeit aber auch die der Pflegekosten im Falle der Pflegebedürftigkeit.

Frank Dietrich

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