Sinkender Beitragssatz – steigende Beiträge

Mogelpackung á la Carte

Das Argument des sinkenden Beitragssatzes, der 20 Millionen Versicherten Entlastung bringen würde, begleitet das Reformvorhaben des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe. Die Vorsitzende des Spitzenverbandes  Doris Pfeiffer hält es dagegen für vorprogrammiert, dass die Krankenversicherungen Zusatzbeiträge werden erheben müssen. Der Grund dafür ist einfach und voraussehbar. Die Kosten steigen von Jahr zu Jahr und es wird auch in diesem Jahr so sein. Mit Beginn 2014 schrumpften die Reserven der Gesetzlichen Krankenversicherung, erste rote Zahlen sind bereits zu verzeichnen. Zudem verringert sich der Bundeszuschuss und entzieht dem System weiteres Geld.

Allein die Senkung des Beitragssatzes senkt nicht reale Kosten. Wunschdenken und Realität in den Augen des Herrn Gröhe. Der Verdrängungswettbewerb zwischen den gesetzlichen Kassen, sicherlich ist das einer der Mitgründer der Reform, wird weiter steigen – möglicherweise auch zulasten der Versicherten, denn die Bereitschaft Leistung zu zahlen nahm schon den letzten Monaten ab und wird dadurch nicht erhöht.

Inhalt zählt

Stattdessen man den Wettbewerb auf Preisbasis vorantreibt, sollte man sich einem inhaltlichen Wettbewerb weiter stellen und diesen ausbauen. Erst kürzlich wurde die Zusatzleistung einiger gesetzlicher Kassen, gemeint ist die Auslandskrankenversicherung, staatlich verboten. Es sieht nach einer 08/15 Versicherung aus, die sich nur noch im Preis  unterscheidet. Das ist nicht der vor Jahren propagierte Wettbewerb.

Zudem wäre es sinnvoller, sich mit der Geldvernichtung im System, gemeint ist u.a. die elektronische Gesundheitskarte, zu beschäftigen. Ein Mehrnutzen ist bis heute nicht zu erkennen. Auch ist die personenbezogene Ausstellung einer solchen Karte eher fragwürdig, denn der Versicherte schickt ungeprüft ein Passfoto zur Behörde, die den Ausweis damit fertigt und von der einwandfreien, damit belegten Identität des Versicherten ausgeht. Niemand prüft rechtlich Bild gegenüber Inhaber.

Obwohl die Karte bisher rund 900 Millionen verschlungen hat, keinen Mehrnutzen erkennen lässt, fordert der Kassenverband den Gesetzgeber dazu auf, Sanktionsmöglichkeit für den Fall der blockierenden Verhaltensweisen bei Ärzten, denen man vorwirft, die IT Infrastruktur behindern zu wollen, zu schaffen. „Feindbild“ Arzt lenkt von eigene „Baustellen“ ab.

Ich erachte es als signifikant, dass die gesetzlichen Kassen, die Behörden sind und bleiben, sich mit ihrer Kritik auf eine IT Struktur beziehen, die ich dem Bürokratismus zurechne, statt sich mit der immer schlechter werdenden Versorgung und der enormen Ineffizienz im System nachhaltig auseinander zu setzen. Wieder stellt sich die Frage, ob der Versicherte nicht nur Mittel zum Zweck ist, statt im Mittelpunkt der Bemühungen um gute Versorgung und Bezahlbarkeit der Preise zu stehen.

Die PKV gewinnt an Attraktivität. Rücklagen wachsen entgegen den gesetzlichen Konkurrenten. Inhalte wurden verbessert, um auf Augenhöhe mit der GKV zu kommen. Beiträge steigen durchschnittlich nicht schneller, denn die Beitragsanpassung in Summe beträgt seit den siebziger Jahren in der gesetzlichen Krankenversicherung  über 1140 %. Das sind durchschnittlich knapp 6 % pro Jahr. Wussten Sie das?

wP1bnxD1eGFAQAAAABJRU5ErkJggg== Sinkender Beitragssatz - steigende Beiträge

Kennen Sie die Unterschiede?

Neben den steigenden Preisen in der GKV steigen auch die Beiträge. Immer mehr Zuzahlung, immer stärkere Begrenzungen in den Leistungen und immer öfter werden Leistung verweigert. Wer würde die GKV der PKV vorziehen, würden beide auf Augenhöhe frei im Vertrieb angeboten werden? Das wäre der Wettbewerb, der wirklich förderlich wäre.

„Kann“-Leistungen gegenüber Vertragsrecht. Informieren Sie sich, beginnend mit der sorgfältigen Gegenüberstellung der jeweils systemimmanenten Eigenschaften GKV / PKV, entscheiden zu können, welches ihre persönlich richtigen Absicherung ist.

Erste Informationen zum Thema finden Sie in Form eines Leitfadens bei mir im Downloadcenter– sehr gerne biete ich auch eine unverbindliche ca. zweistündige Gegenüberstellung PKV/GKV an. Frei von Wertung oder Werbung – ausschließlich auf nackte Zahlen gründend.

Frank Dietrich

Schreiben Sie einen Kommentar

Kontaktieren Sie mich

Ich stehe gerne für Ihre Fragen bereit und helfe Ihnen!

Nicht lesbar? captcha txt