Beitragssteigerungen. Teurer werden sie beide.

Eine systemübergreifende Betrachtungsweise:

Der Beitrag für die Krankenversicherung steigt mit dem Jahreswechsel. Bei privaten Anbietern z.T. um zweistellige Prozentzahlen, in der gesetzlichen Kasse auf insgesamt 920 €. Stark gestiegene Kosten in 2019 werden als Ursache genannt. Sinkende Rechnungszinsen erhöhen die Beiträge in der PKV zusätzlich. Den auslösenden Faktor zu senken, linearer, wie die gesetzliche Kasse anpassen zu können, versuchte der PKV Verband bisher vergeblich gegen den Willen der SPD durchzusetzen.

Beiträge und Leistungsniveau.

Stetig steigende steuerlich Finanzierung, der Wegfall von Leistungen und regelmäßig höhere Zuzahlungen bei steigenden Beiträgen sind die Begleiter des gesetzlichen Systems. Von 2005 bis 2018 stieg die Zahl der Versicherten um 2,33 Mio., der Steuerzuschuss um 12 Mio.. Der Beitrag stieg im selben Zeitraum von 569,29 € auf 814,20 €. Drei Jahre später, 2021, sind über 100 € dazugekommen.

Ausschließlich aus Beiträgen finanziert, mit geringeren Beitragssteigerungen im vergangenen zehn Jahreszeitraum gegenüber dem gesetzlichen System und mit Leistungssteigerungen, den gestiegenen Marktpreisen verheilt und Hilfsmittel folgend, Anpassungen innerhalb der letzten zehn Jahre gegenüber dem gesetzlichen System, lässt sich die private Krankenversicherung definieren. Es kommt immer auf den Anbieter an! Hallesche passte im Frühjahr die Zahlungen für Heilmittel den gestiegenen Kosten am Markt an. Eine zweite Anpassung folgte im November.

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Beitragsanpassungspotenzial:

Die Beiträge werden weiter steigen. Die Gründe und die Möglichkeiten, dem zu begegnen, sind systembedingt sehr verschieden. Erwirtschaftete Schulden von 16,5 Milliarden € im gesetzlichen System würden, sofern gegenfinanziert, den Zusatzbeitrag über das Doppelte ansteigen lassen. Sehr unattraktiv in einem Wahljahr! Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird stärker angehoben als in letzten Jahren. Damit steigt der Höchstbeitrag. Weitere benötigte Mittel werden Steuer finanziert. Das neue Kassenwahlrecht wird die Frequenz derer, die hin zum günstigen Beitrag wechseln wollen, nochmals verstärken und damit auch die Kosten für die Bürokratie.

Debeka´s Beitragserhöhung machte Schlagzeilen und die nächste ist bereits zum kommenden Jahreswechsel angekündigt. Vermutlich nur der Anfang, denn das Unternehmen erhebt bei bestehenden Vorerkrankungen die zur Gegenfinanzierung notwendigen Risikozuschläge nur in Höhe eines Bruchteils der sonst am Markt üblichen. Zwei Öffnungsklauseln, die zusätzlich nicht ausfinanzierte Risiken in die Versichertengemeinschaft holen, dürften zu immer mehr Ausgaben als Einnahmen führen. Größe kann Probleme verschieben, verhindert sie aber nicht. Das äußerte ich bereits vor Jahren. Ein anderer Anbieter versichert ohne Gesundheitsfragen. Das Leistungsversprechen bei steigenden Kosten und unbekannten gesund örtlichen Risiken im Bestand einzuhalten, wird wahrscheinlich die Beiträge treiben. Die Versicherten werden zur Kasse gebeten. Wo bitte lag der Vorteil, außer im Umsatz?

Sind Menschen tätig, wird „gemenschelt“ – das gilt für beide Systeme.

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Grundsätzliche Verfehlungen:

Umsatz leitet viele privaten Anbieter zum späteren Nachteil der durch sie versicherten. Gemeint sind Kalkulation und Versicherungsbestimmungen. Vieles sieht nach Leistung aus, ist aber keine und kostet daher nichts für den Versicherer. Der Kunde verzichtet im Leistungsfall oder zahlt selbst. Ein Sachverhalt, der dem Versicherungsgedanken widerspricht. Bei Neukalkulationen der PKV-Tarife werden geschätzte Kosten geringer angesetzt als notwendig, zusätzlich werden weniger Rücklagen gebildet, damit der Beitrag am Markt werbend wirkt. Später kommt es dann in der Folge sehr schnell und meist auch dauerhaft zu Anpassungen. Mindestkriterien in der Kalkulation wären notwendig.

Im Sozialgesetzbuch V § 1 sind Solidarität und Eigenverantwortung geregelt. Die Eigenverantwortung eines Mitglieds zum Erhalt der Gesundheit steht der Tatsache gegenüber, das ca. 80 % der chronischen Erkrankung die Folge der Lebensweise sind. Der Begriff der Solidarität ist abstrakt und wurde niemals definiert. Er taucht immer dann auf, wenn es teurer wird.

Versicherungsfrei?

Der Kenntnisstand zu signifikanten Unterschieden innerhalb des dualen Systems, stieg in den letzten Jahren bei den Interessenten, die einen Beratungswunsch hatten stetig weiter an. Vieles ist noch immer unbekannt. Die Formulierung im § 61 VVG, den Kunde nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu befragen, ist absurd. In der Krankenversicherung ist wie die bei der Absicherung der Arbeitskraft. Beide haben ein Vertragswerk und die Bestimmungen hängen alle irgendwie miteinander zusammen. Das Sachwalterurteil steht zu dem Paragrafen in Opposition. Was ist der KVdR? Welchen Beitrag zahlt ein Kind? Welche der Bestimmungen hören sich gut an und sehen gut aus und welche Leisten tatsächlich, wenn es mal ernst wird? Der Grund für einen Wechsel kann nur in den garantierten Leistungen liegen. Private Krankenversicherung verlangt Selbstverantwortung und passt nicht zu jedem?

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Beratung / Vorbereitung:

Als Experten bezeichnen sich viele. Der Begriff ist nicht geschützt. Keine Beratungstechnologie ersetzt Erfahrung und Fachwissen, dient immer dem, der sie erschaffen hat und vertreibt. Ein Interessent kann immer nur auf der Basis des ihm gerade bekannten eine Entscheidung. Eine Beratung kann demnach keine Befragung darstellen, sondern eine Vermittlung von produktneutralem Fachwissen, möglichst umfangreich und lückenlos. Sind die Vor- und Nachteile beider Systeme wirklich bekannt? Sind sie verstanden, kann der Wille zum Wechsel das Ergebnis sein. In 15 Themenbereiche lässt sich eine private Krankenversicherung unterteilen. Die Kosten für Zahnersatz und Brille stehen den Kosten für eine Rehamaßnahme und Anschlussheilbehandlung gegenüber. Welche vertraglichen Bestimmungen müssen erfüllt sein, dass diese auch gezahlt werden? Ich vertrete die Meinung und belege, das nur ca. 10 % der Angebote am Markt ein Gespräch Wert sind. Teuer ist fehlender Versicherungsschutz, nicht aber der, der umfassend leistet. Überzeugen Sie sich selbst!

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Ein Berater kann ausschließlich im Vergleich des Kleingedruckten belegen, wer was zahlt. Kenntnisse zur aktuellen Rechtsprechung und das Erkennen medizinischer Zusammenhänge zeigt Fußangeln und Hintertürchen auf. Eine kompetente Aufarbeitung der bisherigen Gesundheitsdaten, Zeit, Fragen zu stellen und Erklärungen zu verstehen sind für eine so wichtige Entscheidung unverzichtbar.

Frank Dietrich Fachmakler

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