Bagatellen im Wartezimmer – unglaublich naiv.

Krank oder..?

Dass unser Gesundheitssystem an hohen Kosten leidet, ist nicht neu. Eine Möglichkeit, unnötige Kosten einzusparen, sehen die behandelnden Ärzte in der Förderung des Bewusstseins, entscheiden zu können, ob eine Erkrankung eher eine Bagatelle darstellt oder wirklich behandelt werden muss.

Knapp 20 mal im Jahr besucht jeder Deutsche durchschnittlich einen Arzt. Kaum zu glauben! Manchmal glaube ich eher, dass viele nur einen Gesprächspartner suchen.

Immer wieder wird beklagt, dass der Arzt kaum Zeit für seine Patienten hat. Zeit, die benötigt werden würde, Hintergründe der Erkrankung zu erläutern. Verständnis hilft! Das Verständnis um Zusammenhänge verhindert Erkrankungen und fördert den Heilungsprozess.

Würden Patienten mit so genannten Bagatelleerkrankungen zukünftig von Arztbesuchen Abstand nehmen, wäre es mehr Zeit für die ernsthaft Erkrankten, bei denen der Behandlungsbedarf wirklich und zwingend notwendig besteht.

Lösung?

Nun sind Politik und gesetzliche Krankenkassen aufgefordert zu handeln – warum eigentlich nur die gesetzlichen Kassen? Man überlegt, ob eine Kostenbeteiligung pro Arztbesuch das ändern würde – Praxisgebühr durch Hintertür?

Weit besser ist der Vorschlag, Bewusstsein bereits in den Schulen zu schaffen -Bewusstsein um Bewegung und Ernährung und das Entstehen von Erkrankungen sowie –  die Förderung von Heilungsprozessen.

In meiner langjährigen beruflichen Erfahrung, erlebe auch ich es immer wieder, dass Interessenten für die private Krankenversicherung oder die Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft (Berufsunfähigkeitsversicherung) auf mein Hinweis hin die Patientenakte einsehen und erschrecken. Erschreckend deshalb, weil erstmalig bewusst wird wie oft sie beim Arzt waren und auch weswegen.

Immer wieder ist es der grippale Infekt im Herbst – aber dann auch der im Frühjahr und ein bisschen Sommer Grippe darf es manchmal auch noch sein und das Wartezimmer wird zum Hauptaufenthaltsort.

Wo beginnt Behandlungsbedürftigkeit und wo wird Bagatelle auf? Das ist nicht wirklich immer leicht zu entscheiden. Umso eher ist hier Aufklärungsbedarf begründet und würde auch die Bestimmung im SGB V, § 1, die auf Solidarität und Eigenverantwortung aufbaut, stützen.

Zitat: Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewußte Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.

Eine gesundheitsbewusste Lebensführung, so zeigt schon das Wort, hängt von Bewusstsein ab. Betrachtet man die Entwicklung vom Sportabzeichen, früher ein Idol der Jugend, hin zum Komasaufen, so fragt man sich, was in der Politik in letzten 30 Jahren alles schief lief. Betrachtet man die Übergewichtigkeit in der Bevölkerung, Altersdiabetes in jungen Jahren und zunehmende Multimorbidität in der Bevölkerung, so fragt man sich, ob denn überhaupt irgendetwas richtig lief.

Falsche Anreize, sowohl in der Werbung gegenüber dem Kunden, wenn es um Konsum geht aber auch bei Firmen, die Produkte herstellen und sich über die Folgen des Konsums ihrer Produkte keine Gedanken machen (müssen), müssen korrigiert werden.

In den letzten Jahren schrieb ich immer wieder über die „Fetten Jahre“ und das Missverständnis, das Luxus als grenzenloser Konsum verstanden wird und auch die Bewegungslosigkeit auf der Couch vor dem Fernseher wohl erstrebenswert sei. Wohlstand ist in meinen Augen auch „wohl fühlen“ – das aber geht nicht, wenn mein Körper kränklich ist, ich antriebsarm bin und mich maximal vom Kühlschrank zur Toilette und zum TV bewege.

Bewegung ist die beste Medizin. Immer wieder belegt sich das aufs Neue.

Eine Kostenpauschale für den Arztbesuch, so meine Meinung, wird hier nicht wirklich helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Mit dieser Maßnahme würde kein Bewusstsein geschaffen, kein Verständnis um die Problematik selbst. Nur Aufklärung kann hier helfen. Es geht um fachliche Informationen, wie auch bei der Wahl des richtigen Versicherungsschutzes.

Selbstbewusstsein teilt sich auf in: Selbst und Bewusstsein!

Frank Dietrich   

PremiumCircle Berlin

Existenzielle Risiken, wie die Krankenversicherung, die Arbeitskraft und die Pflegekostenzusatzversicherung, abzusichern, ist unser Fachgebiet.

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