Corona und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Seit Anfang 2020 ist die Welt eine andere. Mit Beginn der Pandemie stieg der Bedarf an Risikoabsicherungen. Psychische Krankheitsbilder drohen zunehmend, zur Volkskrankheit zu werden. Sie sind seit Jahren die Hauptursache, berufsunfähig zu werden. Voraussichtlich wirtd ihr Anteil zukünftig noch stärker werden. Homeoffice und Home – scooling belasten das Familienleben. Früher sah man sich morgens und abends ein paar Stunden, heute den ganzen Tag über. Die psychische Belastung steigt, Rückzugsgebiete sind Mangelware. Soziale Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren, sorgen für Verhaltensauffälligkeiten bei den heranwachsenden. Langzeitfolgen unbekannt. Das Infektionsrisiko kommt hinzu. Long-Covid ist bei über 300.000 ehemals erkrankten diagnostiziert. Ständige Müdigkeit und dauerhafte Schmerzen lassen alles andere nebensächlich werden. Was dann?

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logos1-p672p1fvjwmoigulfhonytpwo3j6tp5vzua7rdwbsc Corona und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Versicherungsbranche reagiert. Befürchtet werden unkalkulierbare Risiken allein durch die Infektionsklausel.  Schon im Sommer 2020 begannen sich die Vertragsformulierungen zu verändert.  Ehemals auf behördlichem Tätigkeitsverbot basierend, ohne eine Erkrankung des Versicherten selbst, wird die Erkrankung nun zur Bedingung für den Leistungsfall. Mir persönlich ist noch kein Fall einer mindestens 6 monatigen Infektion bekannt geworden. Zusätzlich plant man Änderung bei den Antragsfragen. Den Umgang mit der Infektion definiert jeder Anbieter anders. Möglicherweise wird bei einer Coronainfektion mit Langzeitfolgen die Leistung abgelehnt, weil der Kunde in einem Risikogebiet Urlaub machte. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt dennoch zu den wichtigsten Absicherung unsere Zeit. Ohne sie zu Leben ist möglich, nicht aber empfehlenswert.

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Polymyalgia rheumatica, eine onkologische Erkrankung, schwindendes Augenlicht oder ein Unfall, nur wenige Aufzählungen einer nahezu endlosen Liste, sind die täglichen Begleiter eines jeden. Leider ist der Versicherungsschutz immer noch gänzlich unbekannt, wenn es um die Detaills geht. Er trägt einen falschen Namen und es gibt zu viele Quellen des Unsinns, wenn darüber geschrieben wird. Hausfrauen, Hausmänner und Schüler, ohne Beruf und Einkommen, sind versicherbar. Der gewohnte Alltag, „wie in gesunden Tagen“ ist die Messlatte. Verunglückt ein Schüler und muss in der Folge die Schule wechseln, so ist der Status verändert. Ein lebenslanger Leistungsfall ist möglich. Der Beitrag der Versicherung, begründet durch die gute Gesundheit in frühen Jahren und ohne die Bewertung eines beruflichen Risikos, ist gering. Die Empfehlung den Versicherungsschutz erst bei Ergreifen eines Berufes zu bedenken, ist dumm. Bei Studenten finden sich immer öfter Depressionen in den Akten der Krankenversicherung, obwohl sie durch Prüfungen übermüdet den Arzt um eine Auszeit baten. Junge Frauen wurden ausgeschbt, die niemals schwanger waren. Operationen inklusive Operationsbericht wurden dem Kunden mit Bitte um Zahlung zugesende, obwohl dieser diese zuvor absagt hatte. Auch gibt es Berufe, die nicht versicherbar sind. Wer früh beginnt, hat diese Sorgen nicht.

Viele Versicherer zahlen nicht. Das ist richtig! Der Grund ist banal. Ein Erkrankter hat keinerlei Erfahrung und oftmals keine Unterstützung, den Antrag so zu bearbeiten, dass seine Berufsunfähigkeit klar und deutlich dokumentiert ist. Noch öfter fühlt er sich von den vielen Nachfragen des Versicherers erschlagen und gibt den Kontakt irgendwann auf. Fälle werden abgelegt nicht abgelehnt. Fachliche Unterstützung am Markt ist Mangelware. Hohe Gebühren beim Anwalt sind nicht finanzierbar, denn das Einkommen fehlt. Staatliches Versagen. Falsche Einträge in den Kundenakten, motiviert durch die Krankenkassen werden zum Nachteil derer geduldet, die sich versichern. Vielen Unterstützung im Leistungsfall, denn der Vermittler ist meist nicht kompetent und dürfte auch nur die eigenen Kunden unterstützen, kommt noch hinzu. Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist eine Farce, leistet sie doch erst voll, wenn keinerlei Tätigkeiten mit einer Dauer von bis zu 3 Stunden möglich ist. Über 47 % der Anträge werden nach einer Dauer von zwei Jahren abgelehnt. Sozialfälle werden am laufenden Band produziert.

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Erfahren und fachlich kompetent darf ich anderen Maklern und Vermittler helfen, deren Kunden im Leistungsfall zu unterstützen. Den Endkunden selbst darf ich nicht beraten. So will es der Gesetzgeber. Über 95 % der an mich herangetragenen Fälle konnten über diesen Weg der kollegialen Zusammenarbeit erfolgreich ins Ziel geführt werden. Die Kosten sind um ein vieles geringer als bei einem Anwalt. Auch waren, sofern es zum Vergleich kam, die Summen beträchtlich höher, oftmals sogar das Doppelte. Wer an die Hilfe von Verbraucherzentralen glaubt, sollte sich meine Petition aus 2017 anschauen. Kompetenz in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist dort wohl noch immer Mangelware. Im Laufe meiner Berichterstattung änderte ein Versicherer die Vertragsinhalte komplett und eine Damen, die sonst fast wöchentlich in der Presse auf Vermittlern kritisierte, verließ den Markt.

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