Aus aktuellem Anlass:

Vorgestern meldete sich ein neuer Kunde und bat um eine Beratung. Es ging um seine Tochter. Das Angebot seines Versicherers – der Allianz – kostete für ein zweijähriges Kind 270 €. Dabei handelte es sich nicht einmal um den qualitativ besten Tarif, der dort zur Auswahl stand. Dass ich diesen Preis ohne Leistungsverlust um rund 100 € unterbieten konnte, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Viel wichtiger ist jedoch, wie Kunden von Ausschließlichkeitsvermittlern nach Vertragsabschluss oftmals allein gelassen werden. Als er nachfraget, ob er bei seiner Absicherung Handlungsbedarf hätte, erhielt er die Antwort nein. Es wäre ein toller und leistungsstarker Tarif (7-reihe, kurzer geschl. Hilfsmittelkataloge und diverse Zusagevorbehalte).

In einem Fall wurde zudem versäumt, beim Eintritt ins Berufsleben ein Krankentagegeld anzubieten und abzusichern. Hier fand ich ein 25 € Tagesgeld – vermutlich ursprünglich einmal 50 DM. Beide Kunden hatten sehr alten Versicherungsschutz, waren kerngesund und hätten problemlos innerhalb ihrer Gesellschaft in modernere Tarife mit besseren Leistungen wechseln können. Niemand kümmerte sich darum. Gut betreut? Ich meine, es fehlt an Fachwissen und Berufung in der Tätigkeit.

Unkenntnis und Gleichgültigkeit.

Beiden wurde geraten, nichts am bestehenden Versicherungsschutz zu ändern. Dieser sei doch „sehr gut“.

Doch was bedeutet eigentlich „gut“?

Den Versicherten – und vermutlich auch dem jeweiligen Ausschließlichkeitsvermittler – waren lediglich wenige Tarifmerkmale der privaten Krankenversicherung bekannt. Auf wqelcher Basis erfolgt dann eine Beurteilung ? Wie kommte man zu dem Urteil „gut“?

Immer wieder stelle ich bei bereits privat Versicherten fest, dass der bestehende Versicherungsschutz angeblich von „Spezialisten“ aus dem Bekanntenkreis oder über das Internet empfohlen wurde. Manchmal frage ich mich allerdings, wie der Begriff „Spezialist“ definiert wird, wenn ich beispielsweise einen Orchestermusiker in einem Beihilfetarif der Alten Oldenburger wiederfinde, vermittelt von Check24.

Beihilfe? Spezialist?

Auf die Frage, was bei der Beratung wichtig gewesen sei, höre ich häufig Antworten wie:

„Es sollte alles drin sein – aber bitte nicht zu teuer.“ Wie ist teuer definiert? Die Erfahrung zeit, dass währen der Dauer einer ausführliche Beratung auf AVB Basis eine andere Bedeutung erhält. Niemand will das Risiko tragen, eine AHB oder Reha selbst finanzieren zu müssen, werden es im Leistungsfall dann aber doch müssen.

thinker-28741_1280-e1610272148551 Wissen Sie es wirklich?

Mehr als zwei Angebote wurden in der Regel nicht vorgelegt. Die gesamte Beratung dauerte oft nicht einmal zwei Stunden. Patientenakten wurden nicht eingesehen, Gesundheitsfragen lediglich vorgelesen.

Frage an Sie

Doch wissen Sie, was Ihr Versicherungsschutz im Ernstfall leistet? Bei der Urlaubsplanung wurde jedes Detaill geprüft in der PKV auf Vertrauen gebaut. Diese Prämisse gehört in den Müll.

Wissen Sie, ob Sie bei Krankheit oder Unfall tatsächlich Zugang zu den Vorteilen der privaten Medizin haben – beispielsweise zu Privatkliniken, Gemischten Anstalten oder auch Behandlungen im Ausland?

Viele Menschen besitzen zwar einen Versicherungsschein, auf dem „privat“ steht, landen im Leistungsfall jedoch wie gesetzlich Versicherte im nächstgelegenen Krankenhaus – und verfügen letztlich kaum über mehr an Leistungen als ein gesetzlich Versicherter mit Zusatzversicherung. Dabei ist guter, umfassender Versicherungsschutz nicht grundsätzlich teuer. Ein verbreiteter Irrglaube.

Wer ein Angebot mit weitreichenden Leistungsversprechen erhält, wie in der Privaten Krankenversicherung, muss auch davon ausgehen, dass diese Leistungen an Bedingungen, Fristen oder Einschränkungen geknüpft sein können. Wissen Sie, ob Ihr Tarif Einschränkungen hat und wie diese im Leistungfall wirken?

alpodgorny-cat-515298_1920 Wissen Sie es wirklich?

Beispiele dafür sind:

  • Zusagevorbehalte
  • zeitliche Fristen zu Behandlungsbeginn
  • Einschränkungen bei Behandlungen am Aufenthalts- statt Wohnort
  • Begrenzungen bei bestimmten Einrichtungen oder Therapieformen
  • Begrenzungen in der Gebührenordnung, etc.

Die private Krankenversicherung umfasst 15 Themenbereiche.

Und eines ist sicher:

Wenn eine Beratung weniger als drei Stunden dauert, kaufen Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Katze im Sack. Prüfen Sie schnellstmöglich, denn nach der WM oder dem Urlaub könnte es schon zu spät sein.

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