Pflegestufen (bis 01.01.2017)

Die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit wird in drei, ge­nau ge­nom­men vier Pfle­ge­stu­fen un­ter­teilt. Die ers­te der Pfle­ge­stu­fen, Pfle­ge­stu­fe „Null“ be­zeich­net das Krank­heits­bild der De­menz, meist als di­rek­te Fol­ge der ver­min­der­ten All­tags­kom­pe­tenz. Die Pfle­ge­stu­fen sind nach dem je­wei­li­gen Be­treu­ungs­auf­wand (Zeit) un­ter­teilt/de­fi­niert.

Die Unterteilung der Pfle­ge­stu­fen:

  1. in der ersten Pflegestufe liegt der Zeitaufwand bei min­des­tens 90 Mi­nu­ten, wovon auf die Grund­pfle­ge mehr als 45 Mi­nu­ten ent­fal­len sollen,
  2. in der nächsten Pfle­ge­stu­fe (II) werden mindestens drei Stun­den angesetzt, wo denen auf die Grund­pfle­ge min­des­tens zwei Stun­den ent­fal­len,
  3. in der letzten Pfle­ge­stu­fe (III) beträgt der Zeitaufwand min­des­tens fünf Stun­den; vier Stunden davon werden als Mindestzeit für die Grundpflege angesetzt.

Verteilung der Pflegebedürftigen auf Pflegestufen:

Pflege-wo Die Pflegestufen bis 2017

Quelle: desastis

 Auszug aus der Gesetzgebung

  • 14 Be­griff der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit

(1) Pfle­ge­be­dürf­tig im Sin­ne die­ses Bu­ches sind Per­so­nen, die we­gen ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder see­li­schen Krank­heit oder Be­hin­de­rung für die ge­wöhn­li­chen und re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­den Ver­rich­tun­gen im Ab­lauf des täg­li­chen Le­bens auf Dau­er, vor­aus­sicht­lich für min­des­tens sechs Mo­na­te, in er­heb­li­chem oder hö­he­rem Ma­ße (§ 15) der Hil­fe be­dür­fen.

(2) Krank­hei­ten oder Be­hin­de­run­gen im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 sind:

1.Verlus­te, Läh­mun­gen oder an­de­re Funk­ti­ons­stö­run­gen am Stütz- und Be­we­gungs­ap­pa­rat,

  1. Funk­ti­ons­stö­run­gen der in­ne­ren Or­ga­ne oder der Sin­nes­or­ga­ne,
  2. Stö­run­gen des Zen­tral­ner­ven­sys­tems wie An­triebs-, Ge­dächt­nis- oder Ori­en­tie­rungs­stö­run­gen so­wie en­do­ge­ne Psy­cho­sen, Neu­ro­sen oder geis­ti­ge Be­hin­de­run­gen.

(3) Die Hil­fe im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 be­steht in der Un­ter­stüt­zung, in der teil­wei­sen oder voll­stän­di­gen Über­nah­me der Ver­rich­tun­gen im Ab­lauf des täg­li­chen Le­bens oder in Be­auf­sich­ti­gung oder An­lei­tung mit dem Ziel der ei­gen­stän­di­gen Über­nah­me die­ser Ver­rich­tun­gen.

(4) Ge­wöhn­li­che und re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de Ver­rich­tun­gen im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 sind:

  1. im Be­reich der Kör­per­pfle­ge das Wa­schen, Du­schen, Ba­den, die Zahn­pfle­ge, das Käm­men, Ra­sie­ren, die Darm- oder Bla­sen­ent­lee­rung,
  2. im Be­reich der Er­näh­rung das mund­ge­rech­te Zu­be­rei­ten oder die Auf­nah­me der Nah­rung,
  3. im Be­reich der Mo­bi­li­tät das selb­stän­di­ge Auf­ste­hen und Zu-Bett-Ge­hen, An- und Aus­klei­den, Ge­hen, Ste­hen, Trep­pen­stei­gen oder das Ver­las­sen und Wie­der­auf­su­chen der Woh­nung,
  4. im Be­reich der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung das Ein­kau­fen, Ko­chen, Rei­ni­gen der Woh­nung, Spü­len, Wech­seln und Wa­schen der Wä­sche und Klei­dung oder das Be­hei­zen.

15 Stufen der Pflegebedürftigkeit

(1) Für die Ge­wäh­rung von Leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz sind pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­so­nen (§ 14) ei­ner der fol­gen­den drei Pfle­ge­stu­fen zu­zu­ord­nen:

  1. Pflege­be­dürf­ti­ge der Pfle­ge­stu­fe I (er­heb­lich Pfle­ge­be­dürf­ti­ge) sind Per­so­nen, die bei der Kör­per­pfle­ge, der Er­näh­rung oder der Mo­bi­li­tät für we­nigs­tens zwei Ver­rich­tun­gen aus ei­nem oder meh­re­ren Be­rei­chen min­des­tens ein­mal täg­lich der Hil­fe be­dür­fen und zu­sätz­lich mehr­fach in der Wo­che Hil­fen bei der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung be­nö­ti­gen.
  2. Pflege­be­dürf­ti­ge der Pfle­ge­stu­fe II (Schwer­pfle­ge­be­dürf­ti­ge) sind Per­so­nen, die bei der Kör­per­pfle­ge, der Er­näh­rung oder der Mo­bi­li­tät min­des­tens drei­mal täg­lich zu ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­ten der Hil­fe be­dür­fen und zu­sätz­lich mehr­fach in der Wo­che Hil­fen bei der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung be­nö­ti­gen.
  3. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge der Pfle­ge­stu­fe III (Schwerst­pfle­ge­be­dürf­ti­ge) sind Per­so­nen, die bei der Kör­per­pfle­ge, der Er­näh­rung oder der Mo­bi­li­tät täg­lich rund um die Uhr, auch nachts, der Hil­fe be­dür­fen und zu­sätz­lich mehr­fach in der Wo­che Hil­fen bei der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung be­nö­ti­gen.

Für die Ge­wäh­rung von Leis­tun­gen nach § 43 a reicht die Fest­stel­lung, dass die Vor­aus­set­zun­gen der Pfle­ge­stu­fe I er­füllt sind.

(2) Bei Kin­dern ist für die Zu­ord­nung der zu­sätz­li­che Hil­fe­be­darf ge­gen­über ei­nem ge­sun­den gleich­alt­ri­gen Kind maß­ge­bend.

(3) Der Zeit­auf­wand, den ein Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ger oder ei­ne an­de­re nicht als Pfle­ge­kraft aus­ge­bil­de­te Pfle­ge­per­son für die er­for­der­li­chen Leis­tun­gen der Grund­pfle­ge und haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung be­nö­tigt, muss wö­chent­lich im Ta­ges­durch­schnitt:

  1. in der Pfle­ge­stu­fe I min­des­tens 90 Mi­nu­ten be­tra­gen; hier­bei müs­sen auf die Grund­pfle­ge mehr als 45 Mi­nu­ten ent­fal­len,
  2. in der Pfle­ge­stu­fe II min­des­tens drei Stun­den be­tra­gen; hier­bei müs­sen auf die Grund­pfle­ge min­des­tens zwei Stun­den ent­fal­len,
  3. in der Pfle­ge­stu­fe III min­des­tens fünf Stun­den be­tra­gen; hier­bei müs­sen auf die Grund­pfle­ge min­des­tens vier Stun­den ent­fal­len.

Bei der Fest­stel­lung des Zeit­auf­wan­des ist ein Zeit­auf­wand für er­for­der­li­che ver­rich­tungs­be­zo­ge­ne krank­heits­spe­zi­fi­sche Pfle­ge­maß­nah­men zu be­rück­sich­ti­gen; dies gilt auch dann, wenn der Hil­fe­be­darf zu Leis­tun­gen nach dem Fünf­ten Buch führt. Ver­rich­tungs­be­zo­ge­ne krank­heits­spe­zi­fi­sche Pfle­ge­maß­nah­men sind Maß­nah­men der Be­hand­lungs­pfle­ge, bei de­nen der be­hand­lungs­pfle­ge­ri­sche Hil­fe­be­darf un­trenn­ba­rer Be­stand­teil ei­ner Ver­rich­tung nach § 14 Abs. 4 ist oder mit ei­ner sol­chen Ver­rich­tung not­wen­dig in ei­nem un­mit­tel­ba­ren zeit­li­chen und sach­li­chen Zu­sam­men­hang steht….

Zahl-der-Bedürftigen Die Pflegestufen bis 2017Unterschieden in den Pflegestufen in ambulante/ teil-stationäre Pflege:

Die am­bu­lan­te Pfle­ge wird noch­mals un­ter­teilt: „Grund­pfle­ge“ und „Haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung“. Even­tu­el­le We­ge­ge­büh­ren kom­men noch hin­zu.

Un­ter Grund­pfle­ge ver­steht man bspw. Leis­tun­gen wie kl. oder gr. Kör­per­pfle­ge, Un­ter­stüt­zung beim Stuhl­gang, Haa­re wa­schen etc.. ein­ge­glie­dert. Im­mer gibt es da­zu Fest­prei­se al­so auch ei­nen ma­xi­ma­len Zeit­auf­wand für je­den Hand­schlag, der (noch) be­zeich­net.

Haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gun­gen sind u.a. das Be­hei­zen der Woh­nung, Bett­wä­sche wech­seln oder ein­kau­fen.

§ 3 Vorrang der häuslichen Pflege

Die Pfle­ge­ver­si­che­rung soll mit ih­ren Leis­tun­gen vor­ran­gig die häus­li­che Pfle­ge und die Pfle­ge­be­reit­schaft der An­ge­hö­ri­gen und Nach­barn un­ter­stüt­zen, da­mit die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mög­lichst lan­ge in ih­rer häus­li­chen Um­ge­bung blei­ben kön­nen. Leis­tun­gen der teil­sta­tio­nä­ren Pfle­ge und der Kurz­zeit­pfle­ge ge­hen den Leis­tun­gen der voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge vor.

§ 4 Art und Umfang der Leistungen innerhalb der Pflegestufen

  1. Die Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung sind Dienst-, Sach- und Geld­leis­tun­gen für den Be­darf an Grund­pfle­ge und haus­wirt­schaft­li­cher Ver­sor­gung so­wie Kos­ten­er­stat­tung, so­weit es die­ses Buch vor­sieht. Art und Um­fang der Leis­tun­gen rich­ten sich nach der Schwe­re der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit und da­nach, ob häus­li­che, teil­sta­tio­nä­re oder voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge in An­spruch ge­nom­men wird.
  2. Bei häus­li­cher und teil­sta­tio­nä­rer Pfle­ge er­gän­zen die Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung die fa­mi­liä­re, nach­bar­schaft­li­che oder sons­ti­ge eh­ren­amt­li­che Pfle­ge und Be­treu­ung. Bei teil- und voll­sta­tio­nä­rer Pfle­ge wer­den die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen von Auf­wen­dun­gen ent­las­tet, die für ih­re Ver­sor­gung nach Art und Schwe­re der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit er­for­der­lich sind (pfle­ge­be­ding­te Auf­wen­dun­gen), die Auf­wen­dun­gen für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung tra­gen die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen selbst.
  3. Pfle­ge­kas­sen, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ha­ben dar­auf hin­zu­wir­ken, dass die Leis­tun­gen wirk­sam und wirt­schaft­lich er­bracht und nur im not­wen­di­gen Um­fang in An­spruch ge­nom­men wer­den.

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Frank Dietrich Fachmakler

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